Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei

Johannes 8,36

Auf ein Wort

… frei …

Einfach nur … frei … . Nicht frei sein, nicht frei werden, nicht freiheit, sondern einfach nur frei.

Klar, bei dem Wort Freiheit tauchen bei mir sofort Bilder auf: befreite Gefangene, die Freiheitsstatue von New York, ein Adler in der Luft, der endlose Horizont am Meer…

Hingegen berühren Wörter wie frei sein, oder frei werden eher meine persönlichen Lebensthemen. Zum Beispiel wäre ich manchmal gerne frei vom Druck des Alltags, vom Stress der vielen Aufgaben, der Last von Verantwortung. Wie schön wäre es, frei zu sein von allen Lastern und Gelüsten dieser Welt, von Gewohnheiten, die mir selbst und meiner Vorstellung von gelingendem Leben im Weg stehen. Frei von Ketten, die mich abhalten der zu sein, der ich gerne wäre. Frei davon mich zu vergleichen, frei von … und so weiter und so fort.

Aber einfach nur das Wort … frei … – was weckt es bei dir? Was stößt es bei dir an? Kann man sich das Wort … frei … bildlich vorstellen oder erzeugt es ausschließlich Gefühle? Wenn ich dem Wort „frei“ nachspüre, was es in mir auslöst, dann spüre ich Gottes Frieden und seine Gegenwart. Dennoch stolpere ich hierbei immer wieder über meine eigene Realität: Denn trotz äußerer Freiheit fühle ich mich innerlich manchmal so gar nicht frei.
Was stimmt da nicht?

Jesus sagt in Johannes 8,36: Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei. Oder anders: Freiheit ist nur durch Jesus möglich. Das Wort „frei“ also als ein Beziehungswort. Interessanterweise hat das Wort „frei“ seinen Ursprung in den Worten friedlich, geliebt, lieb. Wenn der Sohn euch liebt, dann seid ihr wirklich geliebt? Wenn der Sohn euch Frieden gibt, dann habt ihr wirklich Frieden?

Was heißt also Freiheit in Christus in Anbetracht von Pflichten, Terminen, Druck, Stress, Verantwortungen, Vorschriften? Vielleicht innerlich ungebunden, losgelöst, unabhängig von den Worten anderer, Jubel, Leichtigkeit, Freude, weil Jesus wirklich frei macht. Utopie? Unmöglich? Oder doch möglich?

Was wäre, wenn Jesus gar nicht von dieser äußeren Freiheit spricht? Freiheit von Anforderungen, Druck, Stress, Regeln und Vorschriften? Er uns vielmehr innerlich frei machen möchte, sodass wir den „bindenden“ Umständen um uns herum mit wachsender Gelassenheit, mit Freiheit, mit seiner Sicht der Dinge begegnen können? Zur Freiheit sind wir berufen, nicht aber als Ziel, sondern als Voraussetzung, um unser Leben und unsere Berufung an seiner Seite und aus seiner Perspektive heraus zu leben.

Herzlich
Euer Simon Tews