Leiden ist ein unbequemes Thema, das man am liebsten verdrängen möchte. Aber die Erfahrung lehrt, dass Leiden zum Leben gehört – auch bei uns und nicht nur in fernen Ländern, in denen Hungersnot oder Krieg herrscht .

1. Gott im Leid begegnen. (Martin Lutzweiler – 28.04.2019)

Psalm 34 ist die Grundlage dieser Botschaft.

Jesus Christus ist der große Leidensmann. Leid soll nicht verherrlicht werden, aber es gehört zum Evangelium, dass Jesus für uns gelitten hat. Und das Leid wird ein Ende haben.

In Psalm 34 ist nicht nur von Leid die Rede und wie Leid geduldig ertragen wird, sondern auch von Dankbarkeit, Freude, Wohlergehen und Gelingen im Leben. Der Psalm spricht das gebrochene Herz an. Und es wird gesagt, der Herr wird aus dem Leid wieder befreien.

Alles, was das Leben ausmacht – gute und schlechte Tage, soll eingebunden sein in die Gegenwart Gottes als Fundament und Sicherheit. Die Elenden sollen es hören und sich freuen. Durch Not und Leid sollen wir näher zu Gott kommen, ernsthafter nach Gott fragen. Wenn Gott in unseren Freuden zu uns flüstert und wir das überhören: Im Leiden schreit Gott zu uns, das werden wir nicht überhören.

Zusage: Wenn du durchs Wasser gehst, wenn du durchs Feuer gehst, ich bin bei dir. Doch wie können wir damit in der Praxis umgehen? Gott war auch im Feuerofen bei Daniel und seinen Freunden dabei. Wie sind deine Lebenserfahrungen mit Gott im Leid?

Leid ist allgegenwärtig, im persönlichen Leben oder in den täglichen Schlagzeilen zum Weltgeschehen. Bei so vielen Nachrichten über Leid in der Welt neigt man dazu, abzustumpfen; es wird zu viel und nicht mehr wahrgenommen oder verdrängt und vergessen; zum Glück ist das weit weg und betrifft mich nicht. Doch wenn Leid mich selber trifft …

Egal, wie gut wir planen und vorsorgen, irgendwann kommt Leid auch in unser Leben hinein: Krankheit, Tod eines Angehörigen, Ehekrise, finanzielle Probleme … Manch einer von uns hat tiefgreifende Probleme; dem ist das nicht nur eine theoretische Frage, wie man aus dieser Situation wieder herauskommt.

Falsches Verhalten kann Leid hervorrufen. Schon eine kleine Unachtsamkeit im Straßenverkehr kann großes Leid zur Folge haben. Scham und Schuldgefühle bestimmen das Leben des Verursachers. Leid entsteht auch dadurch, dass andere Menschen einen ungerecht behandeln, bestehlen u.s.w. – Wie reagiert man darauf? Mit Wut, Bitterkeit, Hass? Leid gibt es auch als Verlusterfahrung: Krankheit, Tod, Kündigung. Beim Tod eines Angehörigen oder Freundes kann man nicht einmal jemand dafür verantwortlich machen.

Jeder wird anders mit dem Leid umgehen. Aber jeder hat das Bedürfnis, das Leid zu verstehen, den Sinn dahinter zu erkennen, Lösungen zu finden. Doch was sagt die Bibel, wie man sich mit dem Leid auseinandersetzen soll?

Der christliche Glaube gibt Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit dem Leid. Dazu gehört das Gottesbild der Bibel; Gott leidet mit den Menschen, er nimmt ganz konkret Anteil am Leben und Leiden der Menschen. Das macht die Liebe Gottes aus. Philosophien und Religionen kennen dagegen nur abstrakte Erklärungen; sie kennen auch keinen liebenden Gott, der an einer persönlichen Beziehung zu jedem einzelnen Menschen interessiert ist. Wir sollen uns auf die Erlösung in Jesus Christus freuen; Leid soll nicht als Strafe oder als ein Abtragen der Sündenschuld angesehen werden. Die Auferstehungshoffnung geht über alles hinaus, was uns an irdischem Leid widerfährt.

Leid dürfen wir wie einen Schmelzofen oder ein Schmiedefeuer ansehen. Feuer kann hilfreich sein, weil es wärmt, aber es ist nicht angenehm, durchs Feuer zu gehen. Leid tut weh, aber es kann uns reinigen und formen wie ein Schmelzofen das Metall reinigt oder das Schmiedefeuer hilft, dem Metallstück die richtige Form zu geben. Dieses Bild vermittelt uns der Apostel Petrus (1. Petrus 1, 6 + 7). So soll Leid uns nicht zerstören, sondern stärken.

2. Vom Umgang mit Leid (Simon Tews – 05.05.2019)

  • Manche Ratschläge empfindet man als Betroffener wie Schläge, auch wenn sie einen wahren Kern enthalten.
  • Wer einen Sinn in seinem Leiden sieht, kann Leid besser ertragen.
  • Leiden steht dem Streben nach dem maximalen Glück entgegen.
  • Das Leben ist hart und nicht fair.
  • Wer nach Höherem strebt anstatt nach Selbstverwirklichung, sieht das Leid eher als normalen Bestandteil des Lebens an.
  • Die Regel ist, dass Leid zum Leben dazugehört.
  • Alles ist am Ende endlich.

Was sagt die Bibel dazu?

Johannes 11, 3ff: Lazarus ist totkrank. Doch Jesus bleibt trotz dieser Nachricht noch zwei Tage am Ölberg, der nur 2,5 km von Bethanien entfernt liegt. So muss Jesus hören: „Du kommst zu spät. Wärst du dagewesen, wäre Lazarus nicht gestorben.“ Aber später lesen wir: Jesus kann den Tod überwinden. Es ist für Jesus nicht zu spät.

Wir lesen, dass Jesus Zorn und Schmerz spürt. Er weint mit den Weinenden. Aber warum weint Jesus, da er doch die Zukunft kennt? Weil er mit den Menschen in der Gegenwart, im Hier und Jetzt lebt. Er kommt nicht mit Ratschlägen, sondern teilt die Gefühle der Angehörigen. Jesus mutet Lazarus das Leiden des Sterbens zu.

Hiob 1, 21: Nackt bin ich in die Welt gekommen, nackt werde ich wieder von der Welt gehen. Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen. Gelobt sei der Name des Herrn.

Gott will sich auch dadurch verherrlichen: Lazarus musste sterben, damit Jesus sich durch die Auferweckung des Lazarus verherrlichen konnte.

Mein Herz muss lernen: Gott gibt mir keine Garantie dafür, dass mein Leben glatt verläuft. Aber Gott garantiert mir schon in dieser irdischen Welt ewiges Leben in Herrlichkeit im Himmel bei Gott.

Wegweiser für den Umgang mit dem Leid:

  1. Gefühle und Schmerz zulassen (Jesus am Kreuz: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“)
  2. Gott litt selber (Angehörige wie Johannes, der Täufer, wurden ermordet; Jesus wurde verspottet und gefoltert; Jesus erfuhr oft Ablehnung; Gottes Leiden dient auch als Zeugnis.)
  3. Leid lehrt Beten.
  4. Leid lehrt umzudenken, sich der Herausforderung zu stellen (mit dem Herrn Zwiesprache zu halten, um die Situation aus seiner Perspektive zu sehen; die Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit setzen)
  5. Was ist deine Mitte? (Hängt mein Herz zu sehr am Besitz, am Geld …? Steht Jesus wirklich im Mittelpunkt meines Lebens?)
  6. Meide die Isolation
  7. Alles ist endlich und vergänglich.
  8. Leid lehrt vergeben. (Bist du bereit zu vergeben, wie Gott dir vergeben hat?)
  9. Das Eigentliche kommt noch. (Der Himmel ist nicht auf Erden. Leid ist wie das irdische Leben nur ein Zwischenzustand. Im Nachhinein verstehen wir den Sinn des Leides – so wie Jesu Tod am Kreuz nur vermeintlich seine Niederlage war.)

Warum es besser war, dass Jesus nicht „rechtzeitig“ bei Lazarus war: Jesus lehrt durch das Leid des Sterbens seine Jünger zu glauben (Johannes 11, 15).

3. Warum lässt Gott das Leid zu? (Klaus Pache – 12.05.2019)

Der Predigttext steht in Prediger 8, 10 – 17. Der Vers 16 ist der Schlüsselvers. Salomo sagt mehrmals: „Das ist sinnlos.“ Atheisten sagen: „Es gibt keinen Gott. Der Himmel ist leer.“ Damit ist alles sinnlos, nur ein Zufallsprodukt der Evolution. Die alten Römer wussten schon: „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ Also ist der Mensch sich selbst sein ärgster Feind. Dass das so ist, sehen wir jeden Tag in der Tagesschau.

Aber auch im Trümmerfeld dieser Erde ist die ursprüngliche Absicht des Schöpfers zu erkennen (Römer 1, 20). Auch eine gefallene Schöpfung zeugt von Gott. So kann niemand seine Existenz leugnen. Aber der Mensch kann nicht alles verstehen (Psalm 8, 17). So stellt er auch die Frage: „Warum lässt Gott das Leid zu?“ Wenn Gott wirklich Gott ist, dann ist er souverän und nicht anklagbar. Aber wir dürfen um eine Erklärung bitten.

Wer ist denn der Übeltäter und Verbrecher in dieser Welt? Nicht Gott, sondern der Mensch selbst. Wenn alles gut geht, interessiert uns Gott nicht, aber wenn es uns schlecht geht, klagen wir Gott an und machen ihn für das Leid verantwortlich. Es muss also heißen: Warum lässt der Mensch das Leid zu? Denn der Mensch ist der Hauptverursacher von Leid aller Art. „Die Ursache allen Übels auf der Erde ist der Abfall der Menschen von Gott“ (Karl Carstens). Die Gesellschaft zerbricht an ihrem Geiz. „Geiz ist geil.“ Der Mensch erntet, was er sät.

Das Gute verkehrt sich in sein Gegenteil: Das Dynamit von Alfred Nobel sollte im Bergbau helfen, doch der Mensch baut daraus Bomben. Otto Hahns Entdeckung der Atomkraft sollte der Gewinnung von Energie dienen, doch der Mensch baut daraus Bomben. Schon Albert Einstein warnte vor Erfindungen in der Hand von Gottlosen.

Das Problem des Menschen: Liebe ist freiwillig. Liebe ist nicht programmierbar. Hätte Gott dem Menschen nicht die Möglichkeit gegeben, „Nein“ zu sagen, hätte er den Menschen gar nicht erschaffen, sondern die Schöpfung mit der Erschaffung der Tiere abgeschlossen. Liebe kann nicht erzwungen werden.

Der Einwand: Gott kennt Leid gar nicht aus eigenem Erleben. Doch das stimmt nicht. Gott hat gelitten und ist unschuldig für unsere Sünden getötet worden. Davor wurde er abgelehnt, verspottet, gedemütigt und gefoltert (Jesaja 53, 4 + 5).

Darum lässt Gott Leid zu: Man erlebt Gottes Gegenwart intensiver als sonst. Ich bin mit meinem Leiden nicht alleine. Auf mich wartet eine Zukunft im Himmel. Leiden ist eine Gelegenheit, die Beziehung zu Gott zu stärken, mehr vertrauen zu lernen und Gottes Frieden ins Herz zu bekommen.

4. Andere Menschen im Leid begleiten (Simon Tews – 26.05.2019)

Prediger 7, 2 – 4: Geh hin, wo man trauert, anstatt nach dem Vergnügen zu suchen.

Hiob 2, 11 – 13: Hiobs Freunde kommen und schweigen erst mal tagelang. Sie spüren Hiobs Schmerz, trauern mit und vermeiden oberflächliche Worte.

Sprüche 14,10 : Deine innersten Gefühle kannst du mit niemandem teilen. In tiefstem Leid und in höchster Freude bist du alleine.

Auch in Jesu höchsten Leiden am Kreuz kamen keine Worte des Trostes vom Vater im Himmel. Jesus fühlte sich von Gott verlassen. So geht es auch uns in den Stunden tiefsten Leids.

Hiob wäre am liebsten nie geboren worden. Er wollte aufgeben und sterben, um den Leib des Schmerzes zu verlassen. Außerdem fühlte er sich von seinen Freunden enttäuscht; deren Aussagen und Fragen waren für ihn keine Hilfe. Fazit: Es ist nicht unbedingt hilfreich, den Freund im Leid mit Bibelsprüchen zu konfrontieren, wenn man keine konkrete Hilfestellung bieten kann (Sprüche 25, 11).

Für uns zum Mitnehmen:

  • Wer leidet in meinem Umfeld?
  • Nehme ich auch den Kummer hinter dem Lächeln wahr?
  • Wer ist mein Nächster? Jeder ist mein Nächster.

Beistehen:

  • Geh hin!
  • Sei da!
  • Höre zu!
  • Nimm nichts Belastendes wieder mit!
  • Rede nur, wenn du wirklich sollst! (Sprüche 25, 11)
  • Frage, wenn du unsicher bist!
  • Bete!
  • Frage auch später nach! (ggf. auch ein Jahr später)

5. Gott wirkt alles in allem zum Besten (Martin Lutzweiler – 02.06.2019)

Der Predigttext steht in Römer 8, 16 – 28. Im Vergleich zur zukünftigen Herrlichkeit in Ewigkeit wird das Leid sehr klein sein. Alles, die ganze Schöpfung, sehnt sich nach Erlösung. Alle Dinge sollen allen, die Gott lieben, zum Besten dienen. Römer 8 gibt Antwort auf das Leiden, um es aushalten zu können mit der großen Sicht auf die Wirkung des Heiligen Geistes und die Erlösung.

Im Text steht dreimal „seufzen“ bzw. besser übersetzt „stöhnen“. Es ist das Stöhnen des Todes, der Vergänglichkeit, aber auch das Stöhnen in den Geburtswehen. Alle Dinge sollen zum Besten dienen (Vers 28); im bzw. durch das Leid können wir Gott erleben. Dazu mag man den Blick in den Himmel auf Gott richten.

  1. In der Situation des Leidens sollen wir Gott als den liebenden Vater ansprechen. Das stärkt die Beziehung zu Gott, auch dann, wenn wir das Leid nicht verstehen können.
  2. Wir sollen auf Gott, den Vater, auch im Leid vertrauen. Denn „alles trägt zum Besten ein.“ Die bessere Lesart lautet: „Gott wirkt alles in allem zum Besten.“ So war auch das Leiden Jesu (zu unserem) Besten. Der Knecht oder Jünger steht nicht über seinem Herrn, also ist es ganz normal, dass auch wir leiden müssen, weil Jesus (für uns) gelitten hat. Allerdings ist unser Leiden nicht vergleichbar mit dem Leiden Jesu, der damit auch alles Leid der Welt getragen hat.
  3. Am Ende der Dinge wird alles gut. Die Sicht muss auf das Ende der Heilsgeschichte gerichtet werden, um erahnen zu können, dass alles Leid und Übel von Gott zum Besten hin geführt und aufgelöst wird. Das Leid ist nicht alles und es ist nicht das Ende. Es fällt nicht ins Gewicht, weil Jesus die eigentliche Last getragen und besiegt hat: Wenn das Leid uns tötet, sind wir in Gottes Herrlichkeit – in ein Leben ohne Schmerzen – hinübergegangen. Der irdische Tod ist somit die Erlösung von Schmerzen, Leiden, Anfechtungen …

Das ist unsere Hoffnung. Der Heilige Geist hilft uns, an dieser Hoffnung festzuhalten.

Die Predigt von Heiko Volz zum Abschluss der Teenie-Bibelschule stand unter dem Thema „Glauben entdecken“. Er begann mit der Aussage „Im Rückblick sehen wir erst, wie Gott mit uns Geschichte gemacht hat.“ Das kann ich aus eigener Erfahrung jetzt schon bestätigen. Deshalb lautete seine erste Frage: Wer bin ich?

„Du bist wertvoll.“ Egal, ob uns andere wie Dreck behandeln. Egal, was du selbst über dich denkst.

„Du bist geliebt.“ (Johannes 3, 16)

„Folge mir nach!“ Für die Nachfolge eines Rabbiners musste man damals das ganze Alte Testament auswendig gelernt haben und einen Test bestehen. Jesus beruft seine Jünger – auch uns – ohne diese Voraussetzungen.

Aber: Kann Gott uns gebrauchen? Ja, er will uns gebrauchen, aber dazu müssen wir nicht vollkommen sein.

Das dürfen wir als Botschaft mitnehmen: Jesus setzt in meinem Leben, wenn ich mich von ihm gebrauchen lasse, Segen frei, sodass ich den Segen an andere Menschen weitergeben kann.

Eine Predigtreihe im März 2019 – Die Bewahrung der Schöpfung als Anbetung Gottes

17.03.2019: Was ist der Auftrag Gottes an uns? (Simon Tews)

Was ist Gottes Auftrag an uns? Wir müssen zurücktreten. Denn Jesus ist der Herr, alles ist durch ihn und hat durch ihn Bestand (Kolosser 1, 16); wir sind nur Gast auf Erden (Psalm 119, 19); wir sind Verwalter (1. Mose 1, 28); Jesus ist der Anfang und das Ende (Offenbarung 2, 20).

Wir werden die Welt nicht retten. Doch die ganze Schöpfung sehnt sich nach Erlösung (Römer 8, 22). Sünde haben wir individuell in unseren Beziehungen und kollektiv in unseren Systemen. Es geht also mehr um unsere Haltung: Erhaltung der Schöpfung als Anbetung Gottes.

  1. Wir haben Rechte und Pflichten.
  2. Es ist ein heiliger Auftrag Gottes, ein Vertrauensbeweis seiner Liebe an uns.
  3. Ganzheitlich leben: Lebensrhythmen ernstnehmen.
  4. Ethik des Genug.

Standortbestimmung: Was davon lebt schon

  1. in deinem Herzen?
  2. In deinem Verhalten?
  3. In unserer Gemeinde?

24.03.2019: Fülle teilen – ein Wesenszug biblischer Gerechtigkeit (Martin Lutzweiler)

Biblische Gerechtigkeit (hebräisch zedekah) bedeutet personenbezogene Gerechtigkeit, nicht Gesetzlichkeit. Es geht darum, ob ein Mensch seinem Auftrag gerecht wird (Micha 6, 8). Diese Gerechtigkeit ist auf Leben ausgerichtet wie das Heil.

Micha 6, 8 ist der Leitvers für die Gerechtigkeit. In der Bibel handeln über 3000 Stellen von der Gerechtigkeit. Beim Thema Gerechtigkeit sollen wir nicht von Knappheit ausgehen, sondern von der Fülle Gottes (Psalm 104). Gottes Schöpfung soll den Menschen versorgen und ihm zum Heil sein. Gottes Schöpfung ist sehr gut, die Fülle, Überfluss, Grund zur Freude, ein Geschenk an die Menschen. Gott möchte uns Freude bereiten, indem er uns alles zur Verfügung stellt. Deshalb dürfen wir Gott feiern und das Leben genießen.

Das Grundproblem des Menschen ist die Angst, es könnte nicht reichen, er könnte zu kurz kommen, ihm könnte etwas vorenthalten werden. Daher versucht der Mensch, seinen Besitz auf Kosten der anderen zu mehren. Es sollte eigentlich keine armen Menschen im Land geben (5. Mose 15), aber es gibt sie; doch damit soll man sich nicht abfinden.

Lösung: Die Ethik des Genug. Paulus: Ich habe gelernt, es mir genügen zu lassen (Philipper 4, 11). Somit kann auch ich teilen, weil Gott ein Gott der Fülle ist und mir alles gibt, was ich zum Leben brauche. Paulus: Der Glaube ist in der Liebe tätig.

Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Aber sein Reich hat mit dieser Welt zu tun. Er ist der Erhalter der Schöpfung.Ohne ihn kann die Welt nicht zusammenhalten. Veränderung geschieht immer bei einem selber; Gott gibt dazu Impulse, umzudenken: Ökonomie der Fülle – dazu gibt der Vater im Himmel gerne.

31.03.2019: Salz der Erde – Licht der Welt (Heiko Volz)

Die Grundlage: Gott hat die Welt geschaffen und dort seine Liebe hineingegeben. Wir Menschen haben von Gott den Auftrag, diese Welt zu bewirtschaften. Gott hat die Fülle in die Welt gegeben, also sollte es für alle reichen. Eigentlich gibt es keinen Grund für Mangel, Armut und Ungerechtigkeit: Das ist nämlich meist menschgemacht.

Matthäus 5, 13: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ Das spricht Jesus auch zu uns. Das ist kein Befehl, sondern ein Zuspruch.

Ihr seid das Salz der Erde.

  1. Salz war damals sehr wertvoll (das weiße Gold). Salzvorkommen bedeutete für eine Stadt Wohlstand. ==> Botschaft: Ihr seid das Wertvollste für die Erde.
  2. Salz ist lebensnotwendig. Ohne Salz würden wir sterben. Zuerst führt Salzmangel zu nervlichen Störungen, Schizophrenie u.s.w., dann zum Tod. ==> Botschaft: Ihr seid notwendig zum Überleben der Erde.
  3. Salz ist ein Gewürz. Und Salz verstärkt den Geschmack aller Gewürze, steigert die Qualität von Lebensmitteln. ==> Botschaft: Ihr macht das Fade in der Welt geschmackvoll.
  4. Salz hilft gegen Bitterkeit in Lebensmitteln. ==> Botschaft: Ihr zieht die Bitterkeit aus der Welt.
  5. Salz ist ein Reinigungsmittel. Es tötet Bakterien. Es reinigt Wunden. ==> Botschaft: Ihr dürft den verkündigen, der die Reinheit in Person ist, der reinigt von der Sünde.
  6. Salz ist ein Konservierungsmittel. Fleisch wird durch Salz haltbar und zart. ==> Botschaft: Ihr könnt dem Zersetzungsprozess (Sterben) etwas entgegensetzen, weil ich (Jesus) in euch bin.

Ihr seid das Licht der Welt.

Niemand stellt sein Licht unter den Scheffel. ==> Botschaft: Wir sollen uns zeigen und das Evangelium nicht vor der Welt verstecken. Wo Licht ist, muss die Dunkelheit weichen.

Jesus sagt „ihr“ und nicht „du“. Das ist also eine Gemeinschaftsaufgabe. Gemeinsam sind wir Salz und Licht. Seid also mutig und selbstbewusst.

Die Predigt von Heiko Volz am 17. Februar 2019 gehört zur Predigtreihe „Überraschend anders … Jesus und seine Gleichnisse“. Das Gleichnis über den unehrlichen Verwalter (Lukas 16, 1 – 8) war der Gegenstand seiner Predigt. Es ist ein Gleichnis, das für mich bis zu diesem Tag in sich widersprüchlich war.

Denn: Warum lobt Jesus den unehrlichen Verwalter? Was will Jesus uns damit sagen? Und wie ist das zu verstehen, sich Freunde mit dem ungerechten Mammon zu machen?

Doch wer ist in Vers 8 „der Herr“, der den unehrlichen Verwalter lobt? Jesus oder der reiche Mann, Arbeitgeber des Verwalters? Damit beantwortet sich auch die Frage, warum oder besser, ob Jesus den Verwalter lobt. Dieser Satz in Vers 8 gehört noch zur Erzählung und nicht zur Erklärung von Jesus. Also lobt Jesus doch nicht das unehrliche Handeln des Verwalters – und mein Jesusbild ist wieder in Ordnung.

In dem Gleichnis geht es auch um das Reizthema vom Umgang mit dem eigenen Geld. Jesus rät dazu, damit klug umzugehen. Der Verwalter erlässt den Schuldnern seines Arbeitgebers ihre Schulden, wodurch diese jetzt in seiner Schuld stehen.. Es ist schlau, vorausschauend zu handeln. Im Reich Gottes wird das Klugheit, was im irdischen Leben Schlauheit ist. Bei der Schlauheit geht es um das eigene Ego, bei der Klugheit darum, anderen was Gutes zu tun. Wir haben als Verwalter Gottes auf Erden unvergängliche Werte, die wir einsetzen können, damit andere Menschen (Schuldner Gottes) gerettet (von ihrer Schuld befreit) werden können. Diese Werte sind Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit als Frucht der Gnade.

Der ungerechte Mammon soll für uns nur ein Werkzeug sein, das zum Wohle anderer Menschen genutzt werden sollte. Denn auch wir werden eines Tages Rechenschaft ablegen müssen über das, was wir in unserem Leben getan oder auch unterlassen haben (Matthäus 25, 33). Wir sind Jesu Freunde, wenn wir seinen Willen tun und unsere Möglichkeiten (unser Vermögen) in andere Menschen investieren. Was ist Geld für mich: Besitz oder Werkzeug? Wo könnte ich mein Geld zum Wohle anderer einsetzen? Wie verwalte ich meinen Besitz? Betrachten wir uns als Verwalter Gottes, denn wir haben nichts in diese Welt hineingebracht und werden ebenso wenig von unserem Besitz aus dieser Welt mitnehmen (1. Timotheus 6, 7).

Praktische Fragen: Bist du im Kleinen treu? Wofür gibst du dein Geld aus? Hast du deinen Kontostand schon einmal mit Gott durchgesprochen und ihn gebeten, dein Geld für den nächsten Monat einzuteilen? Bist du ein guter Verwalter?

Es gibt eine Verheißung für alle, die für Gottes Reich geben. Bin ich bereit, mein Vertrauen neu auf Gott zu setzen? Man kann schließlich nicht Gott und dem Mammon dienen. Wem diene ich? Woran hängt mein Herz? Bin ich ein Segen für andere Menschen?

Am 24. Februar 2019 wurde die Predigtreihe „Überraschend anders … Jesus und seine Gleichnisse“ von Dieter Göring fortgesetzt. Seine Frage zu den Gleichnissen vom Turmbau und vom abgebrochenen Krieg (Lukas 14, 25 – 33) war: Was darf mich Jesus kosten?

Eine Blamage bis auf die Knochen

„Wer nicht alles loslassen kann und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“ Dies sagt Jesus, bevor er fragt, wie es sich verhält, wenn jemand einen Turm baut und diesen nicht fertigstellen kann, weil er sein Vorhaben nicht bis zum Schluss geplant und kalkuliert hat. Der wird zu Gespött der Leute.

So ist es auch mit dem Glauben und der Nachfolge: Es ist eine Herausforderung, mit Jesus zu leben. Dieses Gleichnis soll illustrieren, dass man sich nicht übernehmen soll im gefühlten geistlichen Höhenflug. Statt „Turm“ könnte man das Wort in diesem Gleichnis auch mit „Burg“ oder „Schloss“ übersetzen, das heißt, da will einer groß heraus und mit seinem Glauben vor den Menschen angeben. Damit wird man aber eine Bauchlandung machen und sich vor den Menschen blamieren. Das illustriert auch das Gleichnis vom abgebrochenen Krieg. Der König, der den Angriff abbrechen muss, ist bis auf die Knochen blamiert.

Gibt es auch in unserem Leben Bereiche, in denen nicht der Heilige Geist herrscht? Glaube ist das Ende der Sofa-Landschaft. Doch möchte ich mir in manchen Dingen ein Vetorecht vorbehalten? Oder darf Jesus überall mein Chef sein? Ist zum Beispiel „der Zehnte“ für mich ein Reizwort? Und gibt es Dinge, die ich nur heimlich tue? Wie fühle ich mich dabei? Nicht wirklich gut – und man hält sich die Menschen und Gott in diesen Dingen auf Abstand.

Ratschlag: Vertraue Jesus alle Bereiche deines Lebens an. Vertraue in allem Jesus! Volles Vertrauen. Nur so entsteht ein herzliches Miteinander mit Jesus – und der Heilige Geist kann sich voll entfalten – bis in den letzten Winkel deines Lebens.

Die Tragik ist unsere Halbherzigkeit. Was bisher Jesus vorenthalten war, muss ihm vorbehalten sein. Glaube ist ein radikaler Beschluss auf Lebenszeit: Alles gehört Jesus. Alles muss von Jesu Willen bestimmt sein, von seiner Liebe und Wahrhaftigkeit. Alle inneren Schlupfwinkel müssen aufgegeben werden; und das, was Jesus dann daraus macht, ist ganz anders und vor allem vollkommen und gut.

Vers 33: Lossagung von allem, was Jesus nicht gehört. Dann wird die Schönheit der Zeit mit Gott überwältigend werden. Dein Herz wird für Jesus brennen. Habe ich danach Sehnsucht?

Die Predigt von Martin Lutzweiler am 20. Januar 2019 stand unter dem Bibelvers aus Jakobus 1, 17, in dem Gott als der Vater des Lichts bezeichnet wird, bei dem keine Veränderung ist.

Im Allgemeinen wird „keine Veränderung“, also wenn sich längere Zeit nichts ändert, als negativ empfunden. Denn was sich verändert, weckt unser Interesse, das nehmen wir wahr, das bewirkt in uns Gefühle. Welche Gefühle das sind, kommt auf die Ausgangslage an. So wird der Umzug in eine 100-qm-Wohnung als Gewinn angesehen, wenn man bisher auf 50 qm gelebt hat, aber als Verlust, wenn man vorher 200 qm zur Verfügung hatte. Ein Verlust wird gefühlsmäßig stärker wahrgenommen als ein Gewinn.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von anderen zu unterscheiden.“

Alle gute und vollkommene Gabe kommt vom Vater im Himmel. Da er unveränderlich ist, gilt diese Aussage der Bibel noch heute. Und da er unveränderlich ist, lässt er sich auch nicht von Gefühlen oder der „Tagesform“ leiten. Vielmehr ist er uns immer zugewandt in Liebe: Das ändert sich bei Gott nicht, und daher können wir uns auf ihn verlassen.

Wir haben Grund zu Zuversicht: Gott bleibt uns zugewandt.

Die Predigt von Martin Lutzweiler am 10. Februar 2019 gehört zur Predigtreihe „Überraschend anders … Jesus und seine Gleichnisse“. An diesem Sonntag war das Gleichnis über die Gebete vom Pharisäer und vom Zöllner (Lukas 18, 9 – 14) Gegenstand seiner Predigt – sicherlich mit überraschenden Aspekten auch für all diejenigen, denen dieses Gleichnis schon lange vertraut ist.

Zur Rechten Gottes schlägt ein menschliches Herz: Jesus. Und wie Jesus selbst als Gott bleibende Bedeutung hat nach seinem Wirken als Mensch auf der Erde, so haben auch seine Gleichnisse für uns noch eine Bedeutung.

Überraschend: Jesus war als Mensch auch ein Schriftgelehrter, eigentlich sogar in der Richtung der Pharisäer. Und er galt als Rabbi. Außer im Neuen Testament finden sich Gleichnisse nur in der rabbinischen Literatur.

Gleichnisse sollen den Menschen etwas deutlich machen über sie selbst und über Gottes Wesen. Sie sind das Bilderbuch Gottes. Sie waren auch der Ausbildungsplan von Jesus für seine Jünger und sind es damit auch für uns.

Ein Grundproblem von uns Menschen: Selbstgerechtigkeit und Heuchelei.

Der Pharisäer steht an sich für das Streben nach Gerechtigkeit im Sinne von „den Ansprüchen Gottes gerecht werden“. Das ist grundsätzlich etwas Positives. Jesus zeigt nun in dem Gleichnis zwei Wege, die ein Mensch (was sich dann im Gebet äußert) gehen kann:

  1. Der Pharisäer orientiert sich an den Regeln und achtet darauf, sie einzuhalten. Sein Problem:
  • Distanzierung von den Menschen, die dem nicht gerecht werden
  • Neigung, sich in ein besseres Licht zu rücken beim Vergleichen mit anderen Menschen
  • Sein Herz ist nicht von Gottes Güte bestimmt. Er dreht sich im Gebet nur um sich selbst.
  1. Der Zöllner: „Gott, vergib mir, dem Sünder.“
  • Er vergleicht sich nicht mit anderen Sündern.
  • Er beginnt nicht mit einer Aufzählung einzelner Sünden, sondern bekennt seine sündige Persönlichkeit.
  • Es geht ihm nicht um die Vergebung seiner einzelnen Taten, sondern um die Veränderung seiner Person.

==> Dieses zweite Gebet wird von Jesus erhört.

Was Jesus damit sagen will: Wer sich selbst erniedrigt, wird (von Jesus) erhöht werden. Wer sich dagegen selber erhöht, wird erniedrigt werden. Es kommt auf die Gesinnung des Herzens an.

Frage an uns: Haben wir die erforderliche Demut?

Nun muss man wissen, dass die Bibel unter Demut nicht eine kriecherische, schmierige Haltung versteht, sondern die Aufgeschlossenheit des Menschen gegenüber seiner Stellung zu Gott und zu Gottes Angebot zur Vergebung und zur Erneuerung der Gesinnung.

Gott fragt nach unserer Herzensbildung, nicht nach unserer Einbildung.

Zu Beginn seiner Predigt am 13. Januar 2019 führte Heiko Volz uns vor Augen, wie unser Erleben mit Jesus gewesen wäre, wären wir damals mit ihm unterwegs gewesen: Du erlebst Jesus, wie er Kranke heilt, wie er predigt und Menschen ihre Sünden vergibt. Und kurz vor seiner Himmelfahrt würde er dich fragen: „In was soll ich dich noch unterweisen?“

Ja, was sollte mich Jesus noch lehren? In was muss ich noch geschult werden, um seine Reich-Gottes-Arbeit fortzuführen?

In Lukas 11 fordern seine Jünger Jesus auf: „Lehre uns beten.“ Warum wollen seine Jünger ausgerechnet über das Beten noch mehr wissen? Sie haben gesehen, dass das Gebet eine zentrale Rolle in Jesu Leben und Wirken spielte – der Kontakt zum Vater im Himmel, in der engen Verbindung zu ihm. Dadurch war Jesus stark bis in den Tod.

Nun ist Jesus beim Vater im Himmel. Deshalb ist Gebet ganz wichtig für die Pflege einer persönlichen Beziehung zu Gott. Ohne Gebet können wir nichts empfangen und nichts bewirken. Gebet soll mir und anderen guttun.

  1. Gebet bedeutet Reden mit Gott
  • Gebete sind keine Selbstgespräche.
  • Gott wird als liebender Vater angesprochen.
  • Bringe alles vor ihn, was dich bewegt.
  • Gott hört unsere Gebete. (Offenbarung 5, 8)
  • In Ehrlichkeit vor Gott treten, befreit: Es kommt nicht auf die Formulierung und die Rhetorik an, sondern darum, Gott offen zu bekennen, was uns beschäftigt.
  1. Gebet ist auch Hören auf Gott
  • Matthäus 6,6 : an einem Ort der Ruhe – hier kann man Gottes Stimme hören.
  1. Gott schenkt dir im Gebet eine neue Sichtweise
  • Elia und Elisa (als die Syrer das Nordreich angreifen)
  • Jesus im Garten Gethsemane (vor seiner Gefangennahme)
  1. Gebet hat die Kraft der Befreiung
  • 1. Johannes 8, 9: Befreiung durch Bekennen
  • Petrus und Silas im Gefängnis: Während ihres Lobpreises fallen die Ketten und Schlösser.
  • Verheißungen zum Gebet / Gebetserhörungen
  • Gebet als Segen für andere
  • Menschen mit Gebet die Hände auflegen und segnen
  • Gebet ist der Schlüssel, um ein Segen für andere Menschen zu sein.

Ein besonderer Aspekt zum Schluss: Fasten im Gebet – Beten und dabei auf bestimmte Dinge verzichten.

Die Predigt am 16. Dezember 2018 von Simon Tews war eine Vertiefung zu Jesaja 9 Vers 5 über die vier Bezeichnungen für Jesus: Wunderrat, Gottheld, Ewig-Vater und Friedefürst. Ein Name ist nicht Schall und Rauch. Mit dem Namen verbindet sich eine Identität. Jesaja nennt viele (Bei-)Namen von Jesus Christus, darunter auch „Gottheld“ bzw. „Starker Gott“.

„Starker Gott“ bedeutet im Hebräischen ein Kämpfer oder Krieger. Die Jünger von Jesus sehen in ihm einen Menschen, der fasziniert; aber mit der Zeit erkennen sie, dass da mehr in ihm ist. Wer ist Jesus? Nur eine historische Person oder auch Gottes Sohn, der Messias, mein Retter und Erlöser …?

Damals hat niemand Jesus (Joseph und Maria) die Tür in Bethlehem geöffnet. Das wäre sicher anders gewesen, hätten die Leute gewusst, wer er wirklich war.

„Das ist mein geliebter Sohn.“ Auf dem Berg der Verklärung erkennen die Jünger endlich, dass Jesus Gott ist. Er ist nicht das kleine Jesulein, sondern der Sohn Gottes, der starke allmächtige Gott. Diese Erkenntnis hat auch für mich Konsequenzen: Prioritäten ändern sich, was für mich wirklich wichtig ist, was mir Freude macht, was mich erfüllt. Das bedeutet: Gott hat mich verändert (Transformation).

Welchen Stellenwert hat das Wort Gottes heute für mich? Habe ich noch die tiefe Sehnsucht nach Gott und seiner Wegweisung für mich? Welche Erwartungen an Gott habe ich im Alltag, in der Praxis des Lebens? Rechne ich noch mit Gottes Hilfe und dass er mich heute noch heilt? Ziehe ich mich auf meine Möglichkeiten zurück oder denke ich an Gottes Möglichkeiten?

Wer steht im Zentrum? Meine Probleme, Sorgen u.s.w. oder Gottheld, der starke Kämpfer, auf den ich vertrauen darf? Jesus begegnet jeder Situation souverän, weil er die Möglichkeit hat: Er hilft, wenn ich ihn rufe. Ich darf nach dem Gottheld schreien. Ich darf Gott als Held erleben.

Jesus ging auf einen Berg, um zu beten, wenn etwas in Unordnung geraten war (zum Beispiel nach der Hinrichtung von Johannes, dem Täufer). Wie handle ich, wenn bei mir etwas in Unordnung gerät? Wenn Probleme auftauchen? Ziehe ich mich dann auch in die Stille zurück, um zu Gott zu beten, um ihn um Hilfe zu bitten? Oder versuche ich erst, auf meine Möglichkeiten zu schauen und diese auszuprobieren? Dann brauche ich Transformation. Ich muss lernen, die Welt (und damit auch meine Probleme) mit Gottes Augen zu sehen.

Die Predigt am 2. Dezember 2018, einem Taufgottesdienst, hielt Heiko Volz. Den sieben Täuflingen wurde gesagt, sie werden auf den Namen Jesus Christus getauft, die Taufe wird ihr Leben verändern und sie werden eins sein mit Jesus Christus. In seinem Namen (auf den lässt man sich ja taufen) ist das Heil. Dieser Name steht für Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Güte und die Kraft der Auferstehung. Es gäbe noch viel mehr aufzuzählen über den Namen Jesus Christus …

Auf diese Einleitung folgte als Predigttext Jesaja 9 Vers 5: Hier stehen vier Bezeichnungen (Namen) für Jesus: Wunderrat, Gottheld, Ewig-Vater und Friedefürst. Jesaja kündigt ein Friedensreich mit dem Kommen eines Kindes – Jesus – an. Es gibt eine Zeitenwende, ein neuer Bund wird angekündigt. Jesaja ist der erste Prophet, der den Messias ankündigt.

Und so wirkt sich das Friedensreich Jesu aus: Durch sein Blut wird der neue Bund besiegelt. Der Richter Jesus befreit uns von der Macht der Sünde. Nicht wir müssen etwas leisten, um Gott zu gefallen, sondern Gott wirkt an uns und macht aus uns neue Menschen.

Römer 6 – Was in der Taufe vollzogen wird:

  • in den Tod mit Jesus: der alten Welt und seinen Bindungen / Sünde gestorben
  • in die Auferstehung mit Jesus: zum ewigen Leben

In Christus (Auferstehung) liegt die Kraft, der Sünde zu widerstehen.

Römer 6, 11 – Der Sünde gestorben:

  • Wir müssen nicht mehr sündigen.
  • Wir haben in Christus den Sieg über die Sünde.

Wir sind Überwinder, weil Jesus in uns lebt. Jesu Name macht uns frei.