„Dienen und Nachfolge gehören zusammen.“ (Michael Sahm)

1. Die Selbstverständlichkeit des Dienens (02.02.2020 Axel Ebert)

Das gehört zum Christsein:

  • Gott anbeten,
  • in Gemeinschaft leben,
  • Menschen das Evangelium sagen,
  • dienen.

„Wer bei euch groß sein will, soll euer Diener sein“ (Jesus zu seinen Jüngern; Mk 10 ,42). Auch für Paulus und Petrus war das Dienen selbstverständlich. Aber ist Dienen selbstverständlich?

In der Welt wollen Menschen lieber herrschen als dienen. Sie streben nach Macht und Einfluss, nach Statussymbolen und der Karriereleiter. Sie drängeln auf der Autobahn und sammeln im Internet Klicks und Follower.

Aber auch in der Kirchengeschichte war und ist das der Fall. Das äußert sich in Amtsdünkel, Machtstreben, Kirchenfürsten, Inquisition, sexuellem Missbrauch u.s.w. – und manch einer, der für seinen Dienst bewundert wurde, fiel in Ruhmsucht und in die Lust nach mehr Einfluss und Macht.

Jesus kam, um zu dienen (Mk 10, 45): „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“

Die Versuchung, den Weg des Herrschens zu gehen (Mt 4):

  • Macht: Ich kann alle meine Bedürfnisse selber stillen und bin auf niemanden angewiesen.
  • Herrschaft: Ich kann andere Menschen beherrschen.
  • Unantastbarkeit: Ich kann mir alles erlauben und niemand darf mich kritisieren.

Die Selbstverständlichkeit des Dienens:

  • Ich kenne meine Identität und meinen Wert bei Gott.
  • Ich sehe auf Jesus als Vorbild des Dienens.
  • Ich habe einen Blick für diejenigen, denen ich dienen soll

Mt 25: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan“. Dient also den Schwachen, den Rechtlosen, den Gescheiterten, den Zerbrochenen und den Missbrauchten. Irgendwo gibt es immer einen Dienst, zu dem Gott dich berufen hat.

2. Die Demut des Dienens (09.02.2020 Stefan Lepp)

Dienen ist Investieren in Menschen.

Meine Erfahrung: Nach dem Dienst an Menschen war ich der Beschenkte.

Die Bibel ist ein Liebesbrief an mich. Deshalb wird das Wort lebendig und berührt mich. Und damit wird das Wort Gottes für mich praktisch. So spricht Jesus in mein Leben hinein.

Mk 10 Die Söhne des Zebedäus: Jakobus und Johannes begehren, im Reich Gottes links und rechts neben Jesus auf dem Thron sitzen zu dürfen. Man kann Jesus auch die seltsamsten Wünsche äußern. Sie wollen im Himmel sitzen. Wer eine Position innehat, der sitzt; das Bedienungspersonal steht. Aber wer eine Position wie Jesus haben will, muss auch leiden, wie Jesus gelitten hat. Jesus hat den Todeskelch getrunken und hat für die Schuld aller Menschen bezahlt. Wer auf der Ebene von Jesus lebt, leidet auch auf dieser Ebene mit (mit ihm gekreuzigt, mit ihm gestorben, er nehme sein Kreuz auf sich).

Jesus hat für jeden von uns den Platz im Himmel bezahlt.

Das Prinzip der Welt: Streit im Streben nach Positionen.

Das Prinzip im Himmel: Wer unter euch groß sein will, soll euer aller Diener sein. Der Erste sei Diener aller. Deshalb gilt:

  • Nach dem Schlag auf die rechte Backe halte auch die linke hin.
  • Die Letzten werden die Ersten sein.
  • Investiere in Menschen für das Reich Gottes aus Liebe!

Die Motivation himmlischen Dienens ist die Liebe. Erkennt man Jesus in dir? Jesus geht uns als Vorbild eines demütig dienenden Knechtes voraus. Er verzichtete auf Gottes Herrlichkeit und gab sogar sein irdisches Leben preis. Zeichenhaft entäußert sich Jesus am Abend vor seiner Gefangennahme und wäscht seinen Jüngern die Füße. Am Kreuz von Golgatha gibt er seine Unsterblichkeit auf.

Demut ist ein Charakterzug Gottes. Er ist der Demütigste im ganzen Universum. Gott widersteht den Hochmütigen, weil er im Stolz nicht zu finden ist; dem Demütigen gibt er Gnade.

Demut bedeutet, für den Dienst keinen Lohn und keine Anerkennung zu erwarten. Tut man seinen Dienst im Verborgenen, Gott sieht es. Beim Vater im Himmel liegt der Lohn. So diente Jesus in erster Linie dem Vater im Himmel. Der Vater verlieh Jesus den Namen, vor dem sich alle beugen und bekennen müssen, dass er der Herr ist.

Es geht nicht um Positionen. Gott sieht, was wir tun. „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“

3. Dienen als Anbetung Gottes (16.02.2020 Simon Tews)

Lk 10, 38 – 42: Martha und Maria. Martha ist mit Dienen beschäftigt und besorgt um das Wohlergehen der Gäste, während Maria sich hingesetzt hat und einfach Jesus zuhört. Martha kann den Druck nicht mehr aushalten und stellt sich vor Jesus, um ihn zu fragen, ob er das gut findet, dass Maria ihr nicht hilft.

  • Martha will viel geben.
  • Maria will viel empfangen.

Eine ähnliche Situation wird auch in Johannes 12 geschildert: Martha dient hauswirtschaftlich, Maria setzt sich Jesus zu Füßen und salbt seine Füße mit einem kostbaren Öl. Maria möchte bei Jesus bleiben trotz der Pflicht, Martha (sie dient als Gastgeberin) zu helfen.

Jesus zu Martha: „Du bist durch deine Pflichten abgelenkt. Was du für wichtig hältst, ist jetzt nicht so wichtig als viel mehr mir zu Füßen zu sitzen und mir zuzuhören.“ Jesus stellt die übliche Konvention des Pflichtbewusstseins der Gastgeberin infrage.

Dienst als Anbetung Gottes:

  • Wem gehört meine größte Aufmerksamkeit?
  • Maria hat Jesus im Fokus.
  • Martha hat die Versorgung der Gäste im Fokus.

Doch die innere Haltung entscheidet darüber, ob ein Dienst Anbetung Gottes ist oder nicht. Lobpreis und Anbetung sind eine Angelegenheit der inneren Haltung: Tu ich das, was ich tu, zur Ehre Gottes?

Jeder Dienst soll dazu beitragen, dass das große Ganze gelingen kann. Mit dieser Haltung soll ich meinen Dienst tun – zur Ehre Gottes. Für wen mache ich das? Wem diene ich? Gott sollte ich beim Dienen nicht aus dem Blick verlieren. Auch wenn mir die Menschen keine Anerkennung zollen, sieht doch Gott meinen Dienst. Diene Gott von ganzem Herzen! Er wird dich viel reicher belohnen als das je ein Mensch tun kann.

4. Die Kraft des Dienens (23.02.2020 Heiko Volz)

Wir sind Gemeinde. Ohne dich läuft nichts.

Gemäß Eph. 4, 16 sind wir Glieder am Leib Christi. Wir sind miteinander verbunden, jeder gibt seinen Beitrag, so wird der Leib wachsen und aufgebaut durch die Liebe. In 1. Petrus 4, 10 werden wir aufgefordert, einander mit den uns von Gott gegebenen Begabungen zu dienen. So ist die Gemeinde das Schaufenster Gottes für die Welt. Die Gemeinde hat den Auftrag, Menschen mit dem Evangelium bekanntzumachen und dadurch Gott zu verherrlichen.

Man muss seine Glaubenserfahrungen in der Praxis machen. Daher sendet Jesus auch seine Jünger aus (vgl. Aussendung der 70 Jünger; Lk 10, 1 – 3). Die Jüngerschaft beginnt hier, sich auf den Weg zu machen, um Erfahrungen im Glaubensleben zu sammeln und das zu tun, was sie von Jesus gelernt haben. Weiteres Beispiel: Petrus geht auf dem Wasser (Mt 14, 28 – 29). Petrus macht im Vertrauen auf Jesus eine sehr große Glaubenserfahrung.

Welchen Glauben leben wir in der Praxis? Durch den Dienst an anderen kannst du dein ganzes Potenzial, das Gott dir gegeben hat, entfalten. Darin wirst du die Kraft des Dienens erleben.

Die anvertrauten Talente (Mt 25, 14 – 19): Der reiche Mann lobt die Verwalter, die es sich zugetraut haben und die ihnen anvertrauten Talente nutzbringend eingesetzt haben. Der dritte Verwalter steht dagegen als Nichtsnutz da, weil er seine Talente (Möglichkeiten, Potenziale, Begabungen) nicht genutzt hat; er hat seinem Herrn nicht gedient.

Unser Dienst hat eine große Bedeutung: Es geht darum, anderen Menschen dienend in Liebe den Weg zur Erlösung zu zeigen. Mit Gottes Begabung kann dieser Dienst ausgeführt werden.

Dienen ist kein Selbstzweck. In Joh 13, 3 – 9 wird uns eine neue Dimension des Dienens gezeigt: Jesus, der Meister, wäscht seinen Jüngern, den Knechten, die Füße. Müsste das nicht umgekehrt sein? Jesus möchte uns damit sagen: Du bist abhängig von meinem Dienst. Nur wenn du diese Tatsache annimmst, kannst du Gott dienen.

Der Dienst von Jesus an uns hat unser Leben verändert. „Ich habe euch ein Beispiel gegeben“ (Joh 13, 12 – 17). Wenn ihr dient, habt ihr einen Schlüssel zu den Herzen anderer Menschen. Dienen verändert dein Leben und lässt dich zugleich die Kraft des Dienens erfahren:

  • Du wächst im Glauben. Dein Potenzial wird gehoben.
  • Du bist abhängig vom Dienst Jesu. Du erhältst Autorität.
  • Dienen enthält lebensverändernde Kraft. Dienen schafft Zugang zu Herzen.

So kommst du von der Beziehung zu Gott zu Beziehungen zu Menschen.

Wenn du dienst, bist du voll in dem, was Gott macht. Im Reich Gottes wirst du dafür belohnt werden (vgl. Mt 25).