Grenzenlose Freiheit gibt es laut Reinhard Mey über den Wolken. Doch grundsätzlich gibt es sie nicht.

Als Gott den Menschen schuf, hatte er ein frei entscheidendes und handelndes Geschöpf im Sinn. Göttliche Grenzen, Gebote, sind zum Wohl des Menschen da.

Schon kleine Kinder bestehen darauf, Dinge selbst machen zu wollen. In der freien Betätigung können sich Begabungen entfalten. Begleiten, nicht bevormunden, ist ein göttliches Prinzip. So kann der Segen von Grenzen gelernt werden. Nur in Sicherheit bietenden Grenzen kann wahrhaft frei gelebt werden.

Freiheit ermöglicht, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

Die Bahnradsportlerin Christina Vogel, die in Folge eines Trainingssturzes eine Querschnittslähmung erfuhr, sagte kurz nach Beginn der Reha im Interview: „Ich vergleiche mich gerade tatsächlich mit einem Baby, das lernen muss, sich selber zu drehen und aufzusetzen. Und es ist schön, dass ich mir damit Zeit lassen kann.

Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich nichts, ich kann. Diese Situation möchte ich genießen. Im Grunde genommen bin ich zum ersten Mal frei.“

Das Erleben von Vogel ist charakteristisch für viele Menschen. Wenn auch nicht in dieser krassen Form. In der Begrenzung erfährt sie Befreiung vom eigenen Ehrgeiz, von Forderungen der Sponsoren und Trainer. Auch von Erwartungen der Gesellschaft. Dies waren Elemente für Erfolg, aber auch für Unfreiheit. Menschliches Leben hat bestimmende Antriebsfaktoren. Und oft boykottieren diese ein selbstbestimmtes und freies Handeln. Wir leben in einer „freien Welt“ und empfinden doch, dies ist ein Druckfehler. Der Filmtitel, „Das Gespenst der Freiheit“ drückt Überforderung im Umgang mit ihr aus. In Freiheit leben bedeutet nicht automatisch sich frei fühlen. Es gibt den Begriff des Freiheitsgrades. Er bedeutet, es gibt Grenzen, ab denen freies Handeln nicht möglich ist. Die Frage ist, wer setzt diese Grenzen. Sind sie göttlicher Prägung? Er gönnt uns weiten Raum! Sind sie durch eigene, vielleicht unfreie, Antriebe gesetzt? Oft ist unser Freiheitsgrad äußerst bescheiden. Mangelt es uns an Wahrheit, wenn wir unser Leben analysieren? Um den Freiheitsgrad zu weiten, braucht es eigentlich nur die richtigen Antworten auf die Fragen: Wie werde ich wahr? Durch den Geist der Wahrheit lese ich in Gal. 5.16.

Und weiter, wie werde ich frei? Indem ich meinen Freiheitsgrad durch Glauben an Jesus weit machen lasse! Gal. 5 ff.

In Jesu Liebe darf ich tatsächlich grenzenlose Freiheit erfahren! Auch wenn ich im finsteren Tal bin. Ps. 23. Leben mit und unter Gott ist wirklich befreiend!

Siegfried Riegsinger