Hast du alles, was du brauchst? – Gottesdienstreihe zum Epheserbrief

Vier Predigten im Frühjahr 2018

 

Epheser 1: Predigt von Martin Lutzweiler am 25. Februar 2018

Grundlage der Predigt zum Thema „Reich beschenkt“ war Epheser 1, 3 bis 10.

Dieser Abschnitt zeigt ein Panorama der Herrlichkeit Jesu Christi. Im griechischen Original ist das ein langer Satz. Wir sind gesegnet mit allem geistlichen Segen: Wohlergehen, Frieden, Lebenserfüllung. Formuliert ist diese Aussage in der Vergangenheitsform, was bedeutet, dass wir diesen Segen bereits von Jesus Christus bekommen haben. Sechsmal steht „in Christus“, „in ihm“, „in seiner Liebe“ oder ähnlich geschrieben, was bedeutet, dass die Verbindung zu Jesus Christus das Hauptthema ist. Durch den Heiligen Geist kommt dieser Segen in unser Leben hinein, so dass er erlebbar wird. Wir sind also reich beschenkt. Der Heilige Geist bezeugt uns unsere Gotteskindschaft. Durch ihn lebt Jesus Christus in uns. Die Kernaussagen sind:

  • Wir sind vorherbestimmt, Gottes Kinder und Erben zu sein.
  • In Jesus Christus haben wir die Erlösung: Er hat für uns bezahlt und uns frei gemacht.
  • In Jesus Christus ist alles zusammengefasst. Alle Dinge haben die Tendenz, auseinander zu fallen oder in Unordnung zu kommen (Naturgesetz aus der Thermodynamik). In Jesus Christus wird wieder zusammengeführt, was auseinander gefallen war.

 

Epheser 3: Predigt von Martin Lutzweiler am 4. März 2018

Grundlage der Predigt zum Thema „Das offene Geheimnis“ war Epheser 3, 1 bis 13.

Es gibt Dinge, auf die wir nie durch Nachdenken selbst kommen würden. Das nennt die Bibel „ein Geheimnis“ (griechisch mysterion). Deshalb offenbart Paulus das Geheimnis des Christus. Dieses geht in die Tiefe, es ist überraschend: Gott ist Mensch geworden, hat seinen himmlischen Reichtum verlassen, Leiden und Tod auf sich genommen, um für die Sünden der Menschen zu bezahlen. Schließlich seine Auferstehung vom Tod bis zur Rechtfertigung des Menschen und dessen Annahme durch Gott, Wiedergeburt, Gotteskindschaft, neues Leben im Himmel. Das Evangelium der Gnade ist das Geheimnis. Es übersteigt unseren Verstand und unsere Vorstellungskraft bei weitem.

Die Gemeinde ist auch ein großes Geheimnis. Darin sollen die unsichtbaren Mächte sehen, wie Gottes Plan umgesetzt wird, nämlich wie alles in Jesus zusammengefasst wird, also die Tendenz, dass die Welt, beziehungsweise die Gesellschaft, auseinander fällt, umgekehrt wird. Krankheit und Tod sind auch Zeichen des Auseinanderfallens. Das wird es eines Tages nicht mehr geben – so wie vor dem Sündenfall. Die Gemeinde spielt eine große Rolle bei der Versöhnung der Völker miteinander und mit Gott. Juden und Heiden werden geeint. Die Heiden werden in die Verheißungen, die für Israel gelten, einbezogen. In der Gemeinde darf das versöhnte Zusammenleben geübt werden. Anwendung im Alltag ist gefragt.

Es gibt also zwei Geheimnisse:

  • Das Geheimnis der Gnade: Das Liebes- und Erlösungswerk für die Beziehung der Menschen zu Gott
  • Das Geheimnis der Gemeinde: Das Miteinander für die Beziehung der Menschen zueinander

Daraus folgt auch das Doppelgebot der Liebe sowie die Aufteilung der Zehn Gebote auf zwei Tafeln.

 

Epheser 4 und 5: Predigt von Heiko Volz am 11. März 2018

Grundlage der Predigt zum Thema „Kleider machen Leute“ war Epheser 4 und 5.

Im Unterbewusstsein schließt man vom äußeren Erscheinungsbild eines Menschen auf dessen Charakter. Aber Sein und Schein können weit auseinander liegen. Sein und Schein passen zusammen, wenn die betreffende Person ehrlich und authentisch ist.

Die Bibel nennt die Übereinstimmung von Sein und Schein die Wahrheit. Jesus ist die Wahrheit in Person. Bei ihm sind Sein und Schein deckungsgleich.

Epheser 1 bis 3 beschreibt unser Sein, also was wir in Christus sind.

Epheser 4 bis 6 beschreibt den Schein, nämlich so würdig dem Sein gemäß zu leben.

Wir haben die Aufforderung, unserer Berufung würdig zu leben (Epheser 4, 1), also als Heilige und Kinder Gottes. Dies drückt sich in Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe aus (Epheser 4, 2). Es geht darum, den alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen; Jesus ist unser neues Gewand (vgl. Kol. 3, 10). So bekommt die Redewendung Kleider machen Leute eine neue Bedeutung: Das Kleid Christ macht uns gerecht und heilig, wodurch wir teilhaben an der Familie Gottes. Das beinhaltet einen neuen Lebensstil oder Lebenswandel in Christus: „Der Berufung würdig wandeln.“

Der neue Lebenswandel lässt sich folgendermaßen charakterisieren:

  1. ehrt Gott und ist ihm angemessen (Jesus als Vorbild nehmen)
  2. dient der eigenen Heiligung (Jesus ähnlicher werden)
  3. dient dem Nächsten (Beispiel: Fußwaschung)
  4. fördert die Einheit und Reinheit unter den Christen (Einheit: unter Christen leben, unabhängig von deren Kirchenzugehörigkeit; Reinheit: keine negativen Bindungen, die hindern, festhalten)
  5. dient der Auferbauung der Gemeinde (Braut Christi)
  6. erweist sich als Waffe gegen Satan (ein gottgefälliges Leben ist automatisch eine Waffe gegen Satan)
  7. einladend (Passt mein Verhalten zur Liebesbotschaft Jesu Christi? Oder halte ich dadurch Menschen von Gott ab?)
  8. fördert die Wahrheit

Diese acht Punkte sollen uns nicht knechten, sie sind vielmehr eine Einladung an uns, Teil von Gottes Vision zu sein.

 

Epheser 6: Predigt von Simon Tews am 18. März 2018

Grundlage der Predigt zum Thema „Gut ausgerüstet“ war Epheser 6, 10 bis 14.

Ich beginne mal mit seinem prägnanten Schlusssatz: Gott ist immer gegenwärtig. Dass wir uns das in unserem Denken mehr bewusst sind, dazu dient auch die Waffenrüstung.

Der Kampf von Klein gegen Groß ist etwas, das uns im Alltag immer wieder begegnet in Situationen, in denen man den Umständen und Ereignissen machtlos gegenübersteht – man kann sie aus eigener Kraft nicht bewältigen. Doch als Christ habe ich Ressourcen, etwas in solchen Situationen zu ändern.

Wir haben einen Kampf gegen Geistesmächte. Es gibt einen Gegner gegen unsere Gotteskindschaft. Gegen diesen Feind im geistlichen Kampf sollen wir unsere Rüstung anlegen.

Apg. 19, 15 bis 20: Nicht jeder kann im Namen Jesu böse Geister austreiben. Davon zeugt diese Begebenheit in Ephesus.

Jesus hat am Kreuz die Mächte der Finsternis besiegt. Dennoch lehnen sie sich gegen diese Niederlage auf. Sie sind böse, auf Zerstörung aus und hinterlistig. Sie versuchen, uns vom rechten Weg abzubringen. Dazu wird Verführung, Lüge, Schmeichelei u.s.w. eingesetzt. Dazu verwenden sie auch negative Denkmuster. Deshalb: Lasst uns stark sein im Herrn. Lasst uns bewusst sein, dass wir in der ständigen Gegenwart Gottes stehen.

Deshalb gilt: Ergreift die Waffen, die Gott uns bereithält. Dann sind wir gerüstet, wenn die Angriffe und Anfechtungen kommen – und wir werden erfolgreich widerstehen. Diese Rüstung ist keine Option, sie ist vielmehr notwendig, um im geistlichen Kampf siegreich zu bleiben. Daher sollen wir wachsam sein, damit wir erkennen, wo unser Glaube angegriffen wird.

Die Waffenrüstung besteht aus sechs Waffen:

  1. Gürtel der Wahrheit: Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit
  2. Brustpanzer der Gerechtigkeit: Wir sind gerechtfertigt vor Gott. Wer will uns verdammen? (Römer 8, 33)
  3. Schuhwerk der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums: Am besten ist es, durch das eigene Leben zu bezeugen, was Jesus an und in mir verändert hat.
  4. Schild des Glaubens: Wir stehen unter dem Beschuss der Lügen, die durch Beschuldigungen in uns Schuldgefühle wecken oder uns verunsichern sollen.
  5. Helm des Heils: Dir ist vergeben. Du bist gerettet. Du bist unwiderruflich Kind Gottes.
  6. Schwert, das Wort Gottes: Das ist die einzige Angriffswaffe. Zum Gegenangriff sollen wir aus der Bibel zitieren (vgl. die Versuchung Jesu).

Die Wirkung unseres Widerstandes: Der Teufel flieht, wenn man ihm widersteht (Jak. 4, 7). Weil das Widerstehen so wichtig ist, sollen wir im Gebet für alle eintreten, die in Anfechtung stehen.