Mit der Wahl im Juli 2018 gab es einen Wechsel in der Gemeindeleitung. Tabea Röck übernahm das Amt des Ältesten von Bernhard Augenstein. Wir haben sie gebeten, uns ein bisschen mithineinzunehmen in ihre Erfahrungen mit dem Amt und Erwartungen an das Amt. Vielen Dank für eure Offenheit!

Hier die Fragen:

1. Name, Ehepartner, Familie, Beruf

Bernhard: Mein Name ist Bernhard Augenstein, ich bin verheiratet mit Petra, wir haben vier Kinder und inzwischen vier Enkel. Ich bin Dipl. Mathematiker und arbeite als Senior Consultant in einem IT Unternehmen.

Tabea: Ich heißte Tabea Röck (48 Jahre), bin seit 26 Jahren mit Andreas verheiratet und zusammen haben wir zwei Töchter, Hanna-Noel (23 Jahre) und Luisa-Marie (17 Jahre), die beide unser ganzer Stolz und Freude sind. Ich bin gelernte Steuerfachgehilfin, arbeite mittlerweile aber als Personalsachbearbeiterin eines mittelständischen, internationalen Unternehmens in Birkenfeld.

2. @Tabea: Warum bist du Älteste geworden?

Tabea:  Als ich im Februar dieses Jahres von der Gemeindeleitung angefragt wurde, das Amt einer Ältesten zu übernehmen, habe ich es mir mit der Antwort nicht leicht gemacht. Ich hatte mich mit Gedanken auseinanderzusetzen, dass es da mit Sicherheit einige andere „Kandidaten“ gibt, die um einiges besser dafür geeignet sind als ich, begabter, wortgewandter, geistlicher etc. Außerdem war da die Angst, ob ich „abliefern“ kann, was von mir erwartet wird, ob ich die Gemeinde „zufriedenstellen“ kann…

Zuerst habe ich mich natürlich mit Andreas beraten, aber auch die Meinung meiner Töchter war mir wichtig. Hanna und Luisa haben beide unabhängig voneinander die „Sorge“ ausgesprochen, dass es evtl. mit dem zeitlichen Aufwand viel werden könnte für mich, da ich ja auch noch berufstätig bin. Meine anderen Zweifel haben sie beide wie nichts weggewischt. „Mama, du schaffst das, du kannst das.“

Ich schätze und achte meine Gemeindeleitung sehr, dennoch war es mir wichtig, von IHM eine Antwort, ein „go for it“ zu bekommen. So habe ich mir also einen freien Tag genommen, mich winterwarm angezogen (- 7 Grad, es war bitterkalt!!!),  mir einen Rucksack gepackt mit Thermoskanne, Bibel, Tempos, Handy, Notizbuch, Liederbuch und habe mich auf den Weg nach Bad Liebenzell gemacht. Dort gibt es eine ganz kleine Holzkapelle. Dahin habe ich mich zurückgezogen – habe mich vor das elektrische Heizkörperchen gekauert und Gott gesucht. Ich habe ihm meine Selbstzweifel, meine Fragen, meine Ängste und Bitte um Antwort vorgelegt: Und er gab mir eine Antwort mit der Bibelstelle aus Micha 6 Vers 8: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Es war, als wenn der Heilige Geist zu mir spricht und mir bestätigt, dass er diese Dinge in meinem Leben sieht und mich ermutigt, darin weiter zu gehen, und dass ER sich darüber freut.  Dieser Zuspruch hat meinem Herzen und meiner Seele Frieden gegeben, und mit der Zuversicht, dass Jesus mit mir sein wird, konnte ich der Gemeindeleitung mein „Ja“ mitteilen.

@ Bernhard: Warum bist du Ältester gewesen?

Bernhard: Ich wurde im Jahre 2000 zum Ältesten berufen. Einige Zeit vorher gab es in der Gemeinde eine Prophetie für die Erneuerung der Ältestenschaft. Es wurden die Ältesten mit Bäumen verglichen, die zum Teil durch junge Bäume ersetzt werden sollten. Die älteren Bäume sollten weiter Früchte geben, bis die jungen Bäume groß genug sind, um selber Früchte zu tragen. Die Eigenschaften eines der neuen Bäume/Ältesten wurden so genau beschrieben, dass ich mich darin wiedergefunden habe. Auch wir als Familie konnten diese Berufung sehen, sodass ich diesen Auftrag dann angenommen habe.

3. @Tabea: Was motiviert dich für diesen Dienst und was möchtest du damit erreichen?

Tabea: Die Gemeinde selbst, all die Menschen motivieren mich – ich mag unsere Gemeinde. Nicht umsonst sind wir seit 25 Jahren hier verwurzelt. Hier habe ich meine geistliche Heimat, hier habe ich einen Großteil meiner Freunde. Und ich profitiere aus jeder Begegnung, jedem Gespräch, allem Miteinander.

Ich träume davon, dass wir zu einer Gemeinde werden, in die Sonntag für Sonntag hungrige, suchende Menschen strömen, diese zu einem Neuanfang mit Jesus finden und sich taufen lassen. Ich hoffe, dass ich mit meiner Art, meinem Wesen und den mir sich bietenden Möglichkeiten meine Gemeinde ermutigen kann, sich immer wieder  auf das Abenteuer „Leben mit und an der Seite Jesu“ zu begeistern. Ich glaube, dass Erweckung in Deutschland geschehen kann, das steht außer Frage, aber nur so weit, wie wir als Einzelne das auch wünschen und uns selbst auch immer wieder entzünden lassen.

@ Bernhard: Was hat dich motiviert – auch wenn es mal schwierig wurde? Was war ein Höhepunkt, an den du dich gerne erinnerst?

Bernhard: Motiviert haben mich immer die Menschen unserer Gemeinde. Es war für mich immer eine Freude mit dabei zu sein, wenn Menschen, die als Gäste kamen, ihren Platz in unserer Gemeinde gefunden haben und Gott sie befähigt hat, in seinem Reich mit anzupacken.

Auf deine Frage nach den Höhepunkten weiß ich nicht so recht, was ich dazu antworten soll, weil die Situationen, an die ich mich gerne erinnere, Situationen sind, in denen Gott eingegriffen hat.

Hierzu gehören sicher die Momente, wenn wir als Älteste für kranke Menschen beten und dann miterleben dürfen, dass Gott konkret eingreift, und das nicht, weil ich ein anderer oder besserer Mensch bin, sondern weil Gott sich zu seinem Wort stellt (Jakobus 5).

Auch die Zeit von Planung und Bau des neuen Gemeindezentrums enthält viele solcher Situationen, in denen mich Gott beschämt hat.

Wir konnten damals Grundstücke von einer Erbengemeinschaft kaufen, die zerstritten war und nicht alle davon in Deutschland lebten.

Dass die von uns festgesetzten 30% Eigenkapital aus Rücklagen und langfristigen Darlehen von Gemeindegliedern nach einem Jahr vorhanden waren und der Bau dann beginnen konnte.

Dass viele Hände zusammen angepackt haben und so unser Gemeindezentrum gebaut werden konnte.

Dankbar bin ich auch für alle, die für uns als Gemeindeleitung gebetet haben und auch weiter für die jetzige Gemeindeleitung beten. Das ist ein wichtiger Dienst, der mir sehr geholfen hat, meine Aufgaben in der Leitung zu tun.

4. @Tabea: Gibt es ein Bibelwort, das für dich sehr wichtig ist – warum?

Tabea:  Ich habe kein spezielles Bibelwort, das mich begleitet. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich das Wort bekomme, das ich gerade in einer Situation benötige. Ich lese aber von Herzen gerne Psalmen. Da begegnet mir immer wieder der wahre, echte Mensch mit all seinen Anklagen, Nöten, Fragen, Zweifel, Verbitterung, die er vor seinem Gott ausbreitet – und was mich anspricht ist dann, dass die Schreiber immer wieder zu einem „dennoch“ zurückfinden. Das ist so ein Credo in meinem Leben: Dennoch bleibe ich fest an DIR – auf DICH setze ich meine Hoffnung – nichts kann mich aus DEINER Hand reißen…

 

@ Bernhard: Gibt es ein Bibelwort, dass dich immer wieder begleitet hat – welches?

Bernhard: Es waren immer wieder Worte, die mich in unterschiedlichen Zeiten begleitet haben, die, jedes zu seiner Zeit, für mich wertvoll und hilfreich waren.

Ein Satz hat mich viele Jahre meiner Ältestenschaft begleitet – unser Gemeindemotto: „Die Freundlichkeit Gottes (er-)leben!“ Dieses Motto hat mich sofort angesprochen. Menschen mit unserem freundlichen Gott bekannt zu machen, dazu beizutragen, dass Menschen in unseren Veranstaltungen selbst Gott erleben können und eine Beziehung mit ihm eingehen. Ich bin mir sicher, dass dieser Satz mich auch noch weiter begleiten wird, da er immer schon mein Herz angesprochen hat.

 

5. @ Tabea: Was wünschst du dir von der Gemeinde?

 

Tabea: Viel, viel Gebet! Ich bin mir bewusst, dass der Feind auf der Lauer liegt und uns versucht lahm zu legen. Das kann in jedem Bereich unseres Lebens der Fall sein. Er kennt die „Achillesverse“ von jedem. Je mehr wir nach Gottes Wort leben und uns öffnen für die Führung durch den Heiligen Geist und entsprechend glaubend handeln, wird Satan sich das ungern gefallen lassen. Ich bitte die Gemeinde sehr, für uns als Gemeindeleitung um Schutz, Frieden und Einheit im Geist zu beten.

Und für mich persönlich bin ich auch sehr, sehr dankbar für jedes Gebet. Und ich freue mich über jeden, der mich anspricht, mir eine Rückmeldung gibt, ehrlich nachfragt und den ich kennenlernen darf.

   

 Was wünschst du dir für die Gemeinde?

 

Tabea: Wir sind eine Mehrgenerationengemeinde – und das finde ich spitze. Ich freue mich immer wieder unsere älteren Geschwister zu sehen, das ein oder andere Gespräch miteinander zu führen, aus ihrem Leben zu hören und dann ihr großes Herz zu spüren. Sie sind ein unglaubliches Vorbild für mich. Viele von ihnen haben in den vergangenen Jahrzehnten unserer Gemeindegeschichte immer wieder Veränderungen ihrer Gewohnheiten annehmen müssen; man bedenke nur, wie noch vor 20 Jahren ein Gottesdienst gefeiert wurde. Vieles ist so anders und fremd für sie und wir „Jungen“ dürfen uns mit ihrer Unterstützung weiter entwickeln und ein Stück mit der Zeit gehen. Ich hoffe sehr, dass gerade auch meine Generation sich ein Beispiel daran nimmt, dass es uns immer wichtig sein wird, die Einheit des Leibes Christi zu suchen. Dass wir immer das Gespräch miteinander suchen, statt übereinander und dass wir dadurch dem Feind kein Schlupfloch bieten für Angriffe und Zerwürfnisse. Ich wünsche mir, dass es jedem von uns wichtig wird, ein Segen zu sein für seinen Bruder, seine Schwester und dass wir uns das gegenseitig spürbar zeigen.

Und was ich mir außerdem wünsche, ist, dass wir noch mehr zu einer hörend- betenden Gemeinde werden. Dass wir durch das Hinhören und Erwarten von Antwort, Gott mächtig erleben, gefolgt von Zeichen und Wundern, und uns das mutig und kühn werden lässt.

Das ist nur ein kleiner Teil von dem, was ich mir für unsere Gemeinde wünsche. Es gibt noch so viel mehr!!! Sprecht mich gerne an! 🙂