Hi, ich heiße Johanna Zechiel und bin die Tochter von Donate und Michael Zechiel. Ich komme aus Niebelsbach und bin in der CG-Ellmendingen groß geworden. Im Frühjahr dieses Jahres habe ich mein Abitur absolviert. Ich hatte schon seit langem den Plan, danach ein Auslandsjahr zu machen, und nach einigen Recherchen bin ich dann auf die mir schon bekannte Organisation Life Trust Sambia gestoßen.

Life Trust ist die Missionsarbeit des Mühlheimer Verbandes, zu dem ja auch die CG-Ellmendingen gehört. Die Organisation hat sechs Schulen in Sambia, die sogenannten BOCCS (Buyantashi Open Christian Community School) Schulen, gegründet. Die Schulen sind in den Compounds um Kabwe herum verteilt. Durch Patenschaften werden gezielt die ärmsten Kinder unterstützt und so sind 1/5 der Schüler Patenkinder, die zusätzlich zur Schulbildung auch noch Lebensmittel erhalten. Neben den Schulen bietet Life Trust noch verschieden Projekte an. Dazu gehört auch das Empowerment, das Frauen die Möglichkeit gibt, durch eine Schneiderausbildung etwas Geld dazu zu verdienen. Und die Royal Ranger Arbeit. Besonders in diesen Bereichen werde ich tätig sein. Es ist aber durchaus möglich, dass es da nochmal Änderungen geben wird. Über die weiteren Bereiche können Sie sich gerne auf der Homepage informieren (www.life-trust-sambia.de).

Meine Arbeitsbereiche gefallen mir sehr gut, da ich viel Kontakt zu den Leuten bzw. Kindern vor Ort habe. Gleichzeitig ist das Ganze aber auch sehr herausfordernd, denn die Kommunikation ist nicht ganz so einfach. Die Landessprache Sambias ist offiziell Englisch, doch leider spricht ein Großteil der Bevölkerung nur Bemba und diejenigen, die Englisch sprechen, haben meistens einen sehr starken Akzent, an den ich mich erst noch gewöhnen muss.

Das Leben hier ist anders, als ich es erwartet hatte. So gibt es hier zum Beispiel keinerlei Gummibärchen, die ich jetzt schon sehr vermisse. Dafür kann man aber super leckeres Gemüse und Obst auf dem Markt kaufen. Auch Kleider bekommt man hier auf dem Markt und besonders die wunderschönen Stofftücher (Shitenge) gibt es dort in Massen. Diese lassen sich super als Röcke tragen, man kann auch so ziemlich alles aus ihnen schneidern. Es macht wirklich Spaß, auf den Märkten unterwegs zu sein, wo man überall freundlich gegrüßt wird. Gleichzeitig kann die Aufmerksamkeit, die man durch die andere Hautfarbe auf sich zieht, aber auch anstrengend sein.

Bisher waren wir noch ziemlich stark in die Renovierungsarbeiten des Office einbezogen und durften uns handwerklich ausprobieren. Das war insgesamt ziemlich cool, aber auch nicht ganz einfach, denn mit deutschem Perfektionismus kommt man hier nicht sehr weit. Auf der anderen Seite macht es das Lernen leichter, denn hier ist es kein Problem, wenn man mal etwas falsch macht.

Ansonsten durften wir aber auch in die verschiedenen Arbeitsbereiche reinschnuppern und bekamen die Möglichkeit, den Unterricht an den Schulen mitzuverfolgen. Die Unterschiede zu Deutschland sind extrem, so gibt es Schüler, die selbst nach ihrem Schulabschluss noch immer nicht lesen können. Auf der anderen Seite wird hier viel mit Reimen und Sprüchen gelernt, was mir sehr gut gefällt. Auch die Nachmittagsprogramme für die Kinder begeistern mich. Es macht sehr viel Spaß, mit den Kindern zu spielen. Auch wenn sie oft nicht verstehen, was man ihnen erklärt, ist es einfach schön zu sehen, wie sehr sie sich freuen allein dadurch, dass wir da sind.

Abschließend kann ich sagen, dass ich mich hier schon recht gut eingelebt habe und mich insgesamt sehr wohl fühle. Ich habe zwar ab und an mit Heimweh zu kämpfen, aber gerade durch mein super Team fühle ich mich hier schon fast wie zuhause. Und schlussendlich darf ich auch immer wissen, dass Gott mit dabei ist.

Johanna Zechiel