Hier kommt der Bericht, der bestätigt, dass sich unsere Waffelverkäufe, der Weihnachtsmarkt und unsere Mithilfe bei Wackers Hochzeit im wahrsten Sinne des Wortes gelohnt haben: Dadurch wurden nicht nur die Einsätze für uns Ellmendinger günstiger, sondern es konnten auch Reisekosten von Teilnehmern mit weiterer Anreise gedeckt werden.

„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben als Lösegeld hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden“, Markus 10,45.

Und genau deswegen kamen am Wochenende des 27. Juli bis 12. August sechzig Jugendliche aus den verschiedensten Mülheimer Gemeinden des Südens bei uns in Ellmendingen zusammen.

MoveOut 2018. Die zwei Wochen sollten sich als sehr herausfordernd, lehrreich und vor allem als ein Highlight des Sommers heraus stellen. Gesplittet in drei Teams, von denen sich zwei auf den Weg nach Rumänien machten und eins nach Österreich fuhr, verbrachten wir die ersten und letzten drei Tage im „Basecamp Ellmendingen“.
Sie waren gefüllt mit gemeinsamen Mahlzeiten, Messages, Lobpreis, Kleingruppenzeit, Volleyballspielen und der praktischen Vorbereitung der Einsätze.

Einsatz in Österreich
Der komplette Einsatz in Österreich stand unter dem Motto „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“. Unser 10-köpfiges Team, bunt gemischt aus Ellmendingern, Mühlheimern, Lüneburgern und Bielefeldern, konnte das immer wieder erleben.
Nach einigen Stunden Autofahrt kamen wir in Imst, einer wunderschönen Kleinstadt im Herzen Tirols an, um dort die Gemeinde von Walter Josi zu unterstützen.
Neben Jugendgottesdiensten, einem Loopyballturnier, einer Cocktailstraße und einer Legostadt, durften wir immer wieder sanft lernen, dass es bei allen Veranstaltungen nicht um Quantität sondern um Qualität geht.
Und kamen manchmal nur wenige neue Leute, waren unsere Tagesabschlüsse dennoch immer wieder gefüllt mit Berichten von Bekehrungsgeschichten, guten und tiefen Gesprächen und dem sich vertiefenden Gefühl, am richtigen Ort zu sein.
Wir durften lernen, dass man nicht immer alles sieht, weder hinter die Fassade der Leute, noch was Gott in ihren Herzen tut. Beim Arbeiten im Altersheim oder beim Stöcke sammeln auf der Alm schlug uns viel Dankbarkeit entgegen und wir empfanden gleichzeitig die tiefe Freude, ganz praktisch Herzensöffner sein zu dürfen.
Yael Hildebrandt

Einsatz in Rumänien
Mit knapp 30 Personen waren wir im Süden Rumäniens, in der Stadt Gaesti, ca. eine Stunde von Bukarest entfernt. Dort durften wir jeden Tag an drei unterschiedlichen Orten helfen (Gaesti – Fundament für ein neues Haus bauen, Costesti – Gemeindehaus streichen, Kleider sortieren, Kinderspielplatz aufbauen und Lebensmittelpakete an Familien auf den Dörfern verteilen). Mit ca. 15 rumänischen Jugendlichen haben wir die Tage verbracht. Es gab einen Jugendtag, Sessions, Lobpreiszeiten, Evangelisationseinsätze mit Zeugnissen, Tanz, Kinderprogramm und Gebet in den Parks und einiges mehr.

1) Warum bist du mitgefahren?
Maike: Für mich war von Anfang an klar, dass ich dabei sein will. Ich habe es auch als eine Herausforderung gesehen, endlich mal raus auf die Straßen zu gehen und von Gott zu erzählen.
Judith: Ich wollte mich gerne selbst herausfordern und meine Ängste überwinden, das Wirken Gottes sehen und aktiv etwas für Ihn tun.

2) Welche Erwartungen /Ängste hattest du im Vorfeld?
Maike: Ich habe erwartet, dass ich Dinge mit Gott erleben werde, und darauf gehofft, dass wir eine Hammer Gemeinschaft haben und zusammen im Glauben wachsen können, dass ich sehen darf, wie Menschen von Gott berührt und geheilt werden und sich bekehren. Natürlich war das auch etwas, wovor ich Respekt hatte. Einfach auf Fremde zugehen, ihnen von Gott erzählen und sie zu fragen, ob ich für sie beten kann. Außerdem hatte ich vor dem Einsatz überhaupt keine Ahnung, was mich erwarten würde; ich wusste lediglich, ich gehe nach Rumänien, wir evangelisieren und machen Baueinsätze. Was ich nicht wusste, war, ob ich es schaffen würde, zwei Wochen durchzupowern und die ganze Zeit unter Menschen zu sein, ohne einen richtigen Durchhänger zu kriegen. Normalerweise brauche ich nämlich zwischendurch auch einfach mal ein bisschen Zeit für mich.
Judith: Ich hatte Angst davor, auf die Menschen zuzugehen. Ich wusste nicht wirklich, was ich sagen sollte, und hatte Angst vor Ablehnung. Erwartet habe ich: Erfrischung im persönlichen Glaubensleben zu erleben, Wunder zu sehen, über mich selbst hinauszuwachsen, anderen eine Hilfe zu sein und auch einfach Freude mit den Leuten in meinem Team zu haben.

3) Was war dein absolutes Highlight? Was hat dich am meisten berührt?
Maike: Meine Highlights waren auf jeden Fall die Straßeneinsätze und das Verteilen von Hilfsgütern. Dabei hatte ich immer das Gefühl, jetzt mache ich das, wofür ich hergekommen bin, jetzt erfülle ich das, was Gott uns aufgetragen hat. Bei den Straßeneinsätzen war es toll zu sehen, dass meine Ängste ganz unbegründet waren, die Leute total offen auf uns reagiert haben und wir für die meisten auch beten durften. Außerdem habe ich für mich entdeckt, dass ich überhaupt kein Problem damit habe, die Leute auf Englisch anzusprechen und ihnen davon zu erzählen, was wir hier machen. Beim Verteilen der Hilfsgüter hat mich begeistert, was für ein großes Gottvertrauen diese Menschen haben. Diese Leute haben im Gegensatz zu uns nichts, und obwohl wir eigentlich gekommen waren, um für sie zu beten und ihnen von Gottes Liebe zu erzählen, waren sie diejenigen, die am Ende uns erzählten, wie groß Gott ist und wie gut er ist. Ich fand es sehr bewundernswert, wie groß ihr Vertrauen in Gott ist, obwohl sie praktisch gar nichts haben oder ihnen wirklich schlimme Dinge passiert sind.  Es war einfach schön, für diese Leute zu beten, ihre Geschichten zu hören, sie zu ermutigen und gleichzeitig von ihnen ermutigt zu werden. Ein weiteres Highlight in Rumänien war der Abend mit einem Schweizer Gastredner, wo wir nach der Predigt den Heiligen Geist einluden, an uns zu wirken. Das war einfach ein total krasser Abend, an dem unglaublich viel passiert ist.
Judith: Ich durfte so viel erleben und lernen in der Zeit, dass es schwer ist, nur ein Highlight herauszupicken. Der Sonntag aber war definitiv ein besonderer Tag für mich. Es hat mich sehr berührt, in die Gemeinden zu fahren und Geschwister des Glaubens zu treffen. Mir ist an diesem Tag ganz neu bewusst geworden, was es heißt, ein Teil vom „Leib Christi“ zu sein. Verändert hat mich die gesamte Zeit, da ich Gott vollkommen neu erfahren durfte und lernen konnte, Gott richtig zu vertrauen.

4) Was war der Tiefpunkt? Was fandest du herausfordernd?
Maike: Erstaunlicherweise hatte ich in diesen zwei Wochen eigentlich keinen Tiefpunkt, was mich selbst überrascht hat. Es gab zwei Tage, an denen ich krank war und ich mich einfach nicht so wohl gefühlt habe, aber an sich ging es mir die ganze Zeit über eigentlich wirklich gut.
Judith: Manchmal gab es bei den Baueinsätzen leider nicht so viel zu tun und ich habe mich ein bisschen unproduktiv und nicht gebraucht gefühlt. Das hat mich zu Beginn ein wenig runtergezogen und herausgefordert. Generell ist die Kultur sehr anders, was auch teilweise schwierig war. Dennoch hab ich Rumänien mit seinen Leuten und Gewohnheiten sehr ins Herz geschlossen.

5) Haben sich deine Erwartungen erfüllt?
Maike: Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Ich durfte Gott ganz neu erfahren; ich durfte erfahren, wie eine Frau geheilt wurde, als ich zusammen mit einem anderen Mädchen für sie gebetet habe; ich durfte erfahren, dass die Leute viel offener in Bezug auf Gott sind, als ich dachte, und die meisten auch für sich beten lassen. Ich selbst durfte auch ganz neu lernen, auf Gott zu vertrauen und aus seiner Hand meine Kraft zu schöpfen, zu wissen, dass er mich versorgt. Ich hatte im Camp große Probleme damit, abends einzuschlafen, aus welchem Grund auch immer, und habe mir dann Sorgen gemacht, ob ich es schaffen würde, jeden Tag durchzupowern, da ich viel weniger Schlaf hatte als sonst. In Rumänien haben dann viele für mich gebetet, aber dieses Einschlafproblem ging nicht weg. Mein persönliches Wunder war dann aber, dass ich, obwohl ich so wenig geschlafen habe, unglaublich viel Energie hatte und teilweise wacher war als die anderen. Daran durfte ich einfach sehen, dass ich die Kraft nicht aus mir selbst schöpfen muss, sondern auf Gottes Versorgung vertrauen darf. Auch meine Erwartungen an unsere Einsatzgruppe selbst haben sich mehr als übertroffen. Die ganze Gruppe war am Ende wie eine Familie für mich und ich hätte niemals gedacht, dass wir in zwei Wochen so zusammenwachsen können und so eine gute Gemeinschaft haben können.
Judith: Eigentlich haben sich fast alle meine Erwartungen erfüllt. Ich habe auch Dinge erleben dürfen, die ich nie erwartet hätte. Ich durfte Gott ganz neu erleben, wodurch meine persönliche Beziehung zu ihm so viel tiefgehender werden konnte. Die Gemeinschaft in unserem Team war einfach der Hammer und hat meine Erwartungen weit übertroffen.

6) Was hast du mit nach Hause genommen?

Maike: Wie wichtig es ist, mit Gott Zeit zu verbringen, jeden Tag. Dass Gott mich versorgen wird mit dem, was ich brauche, und dass ich ihm vertrauen darf. Ich glaube, dieses Vertrauen auf Gott ist mit das Wichtigste, was ich in dieser Zeit gelernt habe. Und auch die Einstellung, einfach Erwartungen an Gott zu haben, zu beten und zu glauben, dass er wirkt.
Judith: Gott bewusst in den Tag mitzunehmen. Mein Bestes für Ihn zu tun, er wird das benutzen und mich gebrauchen. Wir sind vereint in Gott in aller Welt. Mich zu öffnen für sein Reden. Gott zu vertrauen, denn Er hat einen GUTEN Plan!