Myriam Weber ist 18 Jahre jung. Sie lebt mit ihrer Familie in Langenalb und ist wie viele von uns in der Gemeinde aufgewachsen. Zur Zeit macht sie ihr Abitur und steht kurz davor richtig durchzustarten.

Myriam, du hast es nun beinahe geschafft und das Abitur in der Tasche – was möchtest du nach der Schule machen, was sind deine Pläne ?

Ich wusste anfangs nicht konkret was ich machen möchte, ich wusste nur das ich fürs erste auf keinen Fall weiter zur Schule oder Uni gehen will, ich wollte etwas Abwechslung. Bis ich mich dann entschieden habe, ein Jahr ins Ausland zu gehen, um dort ein FSJ (freiwilliges soziales Jahr) zu machen.

Wie kamst du auf die Idee, ein FSJ im Ausland zu machen ?

Ein Freund hat mir von seinem Auslandsjahr erzählt und er war so begeistert davon, dass ich recherchiert habe und begonnen hab, mich selbst für ein FSJ im Ausland zu interessieren. Das ganze wollte ich aber nicht privat machen sondern mit einer Organisation im Hintergrund.

Wo hast du dich dann überall beworben und was waren dabei deine Kriterien ?

Zuerst habe ich mir viele Organisationen angeschaut und deren Konzept. Ich wollte eine Organisation die mir den Rücken stärkt, mich unterstützt und mir außerdem die Möglichkeit bietet, mein FSJ in Rumänien machen zu können. So bin ich dann auf OM und Co-Workers International gestoßen, die mich mit ihrem Konzept und deren Möglichkeiten am meisten angesprochen haben. Letztendlich fiel die Wahl auf Co-Workers. Sie entschieden wiederum durch Gebet, dass es für mich nach Paraguay gehen soll.

Könntest du die Organisation kurz vorstellen ?

Co-Workers International bietet jungen Erwachsenen ab 18 Jahren die Möglichkeit in einem Kurzeinsatz ein Auslandsjahr zu machen. Ihr Leitbild ist „Gottes Liebe weltweit“ zu verbreiten. Die Co-Worker werden immer zu missionarischen Arbeitsfeldern vor Ort geschickt, um diese mit ihren Gaben zu unterstützen.

Was wird deine Aufgabe dort sein ?

Ich werde gemeinsam mit einem anderen Mädchen, bei einer Missionarsfamilie dort in Paraguay wohnen. Die Familie hat drei Jungen, einer davon lebt aber nicht mehr dort. Die beiden Jungen die noch bei den Eltern leben sind im Teenageralter und machen mit der deutschen Fernschule den Realschulabschluss. Unsere Hauptaufgabe ist, die beiden zu unterrichten und gemeinsam mit ihnen zu lernen – also ihre Lehrer zu sein. Nebenbei helfen wir im Haushalt, bei landwirtschaftlichen Arbeiten, in der angegliederten Berufsschule und wir haben die Möglichkeit dort in der Jugendarbeit tätig zu werden.

Worauf freust du dich?

Ich freue mich sehr auf die Familie und auf die Menschen die dort leben. Auf die Kultur bin ich besonders gespannt und freue mich schon, die Bräuche und Traditionen kennen zu lernen und mitzuerleben. Es soll viele faszinierende Tiere dort geben, die wir hier nicht so kennen, darauf freue ich mich auch sehr.

Es wird ein großes Abenteuer – Wovor hast du Angst und was siehst du als Herausforderung ?

Meine größte Angst ist, ob ich mit dem Mädchen gut auskomme, mit dem ich dort ein Jahr lang leben werde. Und ob ich mich gut mit der Familie dort verstehe, insbesondere mit den beiden Jungs die wir unterrichten werden. Die Sprache zu lernen sehe ich als Herausforderung. Genauso das Unterrichten. Da ist eine Mischung aus Angst vor der Verantwortung, den Jungs den nötigen Stoff beizubringen und sozusagen verantwortlich für ihre Schulbildung zu sein und der Herausforderung, meine Selbstdisziplin aufrecht zu erhalten und als Lehrer zu funktionieren.

Welche Versprechen und Vorstellungen hast du an die Zeit in Paraguay?

Ich verspreche mir von der Zeit dort, mich selbst besser kennen zu lernen, mehr zu verstehen wie ich ticke und mich in meiner Persönlichkeit weiter zu entwickeln. In meinem Glauben will ich wachsen, mehr mit Gott erleben und an der Beziehung zu ihm arbeiten. Ich möchte mehr im hauswirtschaftlichen Bereich lernen und im Umgang mit anderen Menschen. Ich hoffe darauf, dass ich mir in der Zeit dort klarer über die Zukunft werde und genauer weiß, wohin die Reise ins Berufsleben gehen soll.

Was bedeutet dir die Gemeinde und der Jugendkreis hier ?

In erster Linie ist die Gemeinde ein Zuhause und eine große Familie für mich. Die Gemeinde ist für mich eine „Lebensschule“. Ich darf viele Aufgaben in verschieden Bereichen übernehmen, einmal bei den Kindern in der Schatzinsel oder auch im Gottesdienst. Diese Herausforderungen   ermöglichen mir meine Stärken und Schwächen zu erkennen und machen mir viel Spaß Nicht zu vergessen sind meine „Homies“ (Freunde), die ich in der Gemeinde und insbesondere im Jugendkreis habe, mit denen ich gerne Zeit verbringe und schon viel erlebt habe.

Wünscht du dir etwas von uns, der Gemeinde, wenn du in Paraguay bist?

Was ich mir wünsche ist, dass ihr an mich denkt und für mich betet. Es würde mich einfach freuen wenn ich merke, dass ihr mich nicht vergessen habt, dass ihr Interesse zeigt, mir zum Beispiel einen Brief schickt oder eine E-mail schreibt und euch erkundigt wie es mir geht, was ich erlebe und wo ich vielleicht eure Unterstützung gebrauchen könnte.

Was kostet dich das Ganze und wer unterstützt dich dabei?

Natürlich kostet mich das Ganze, Mut in ein fernes Land zu gehen ohne meine Familie. In Paraguay selbst bekomme ich Taschengeld von der Organisation und das Nötigste wie Essen von meiner Gastfamilie. Der Aufenthalt selbst kostet mich also nichts, aber die Flüge und die vielen Impfungen die vorgeschrieben sind, muss ich selbst bezahlen. Unterstützung bekomme ich auf jeden Fall von unserer Gemeinde und vielleicht von einigen Privatpersonen 😉 , von meiner Familie, dem Jugendkreis in Schwann und dem SBK (SchülerBibelKreis) an meiner Schule, den ich leite. Von MV Offensiv kann ich vermutlich auch mit finanzieller Unterstützung rechnen, das klären wir gerade ab.

Können wir dich als Gemeinde konkret unterstützen?

Ganz konkret mit Gebet. In unserem Gemeindebuchladen ‚Lesezeichen‘ könnt ihr von mir gebastelte schöne Dinge kaufen – der Erlös ist für meine Reisekosten. Ich werde auch noch einen Rundbrief herausgeben, mit meiner Kontonummer, dahin kann man spenden, um mich bei meinem Auslandsjahr finanziell zu unterstützen.

Vielen Dank Myriam für deine Zeit und das tolle Gespräch.

Mehr Info zu Co-Workers International findet ihr unter: www.gottes-liebe-weltweit.de