Impuls aus den Predigten von Simon Tews am 20. und 21. Mai 2018

Die Predigt am Pfingstsonntag nahm Ausgang mit Psalm 119, dem großen Loblied auf das Wort Gottes. „Deine Gesetze machen mich glücklich.“ „Deine Gesetze sind mir wertvoller als alles Gold.“ David bittet den Heiligen Geist, ihm die Gebote Gottes zu öffnen, damit er sie verstehen und befolgen kann. Er will wissen, wozu diese Gebote gut sind. David sieht in den Geboten einen Freiraum zum Leben. Das ist das Gegenteil von Gesetzlichkeit. So schließt der Geist Gottes auch uns Gottes Gesetze auf.

Bereits in 5. Mose 16 findet sich ein Hinweis auf ein jüdisches Pfingstfest. Und das sind die Parallelen im Alten und Neuen Testament:

  • Mose führt Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft. 50 Tage später gibt Gott unter Blitz und Donner am Berg Sinai die Zehn Gebote. Jesus befreit uns am Kreuz von Golgatha aus der Gefangenschaft der Sünde. 50 Tage später gibt es ein Treffen mit seinen Jüngern; er kündigt das Kommen des Heiligen Geistes an, der mit Rauschen und Feuerzungen (Blitzen) erscheint.
  • Im Schawuot-Fest feiert man das Gesetz Gottes und stellt sich darunter. Das Gesetz Gottes wird in unsere Herzen geschrieben (fleischerne statt steinerne Herzen); Liebe statt Buchstaben-Klauberei ist angesagt.
  • Ehrfurcht vor Gott und Anbetung findet sich bei Mose und in der christlichen Gemeinde.
  • Während Mose auf dem Berg Sinai ist, fällt das Volk von Gott ab und tanzt um das goldene Kalb; 3000 Israeliten sterben. An Pfingsten werden 3000 Menschen der Gemeinde hinzugefügt.

Wir können andere Herzen nur erreichen, wenn unser eigenes Herz für Jesus brennt. So finden wir in Apostelgeschichte 4, 29 – 31 ein Gebet für eine furchtlose und unerschrockene Bereitschaft, unverzagt das Evangelium weiterzusagen und Menschen zu Jesus einzuladen.

Ausgangspunkt der Predigt am Pfingstmontag (ein sehr gut besuchter ökumenischer Gottesdienst in Dietlingen) war die Aussage „Alles ist durch einen Geist gewirkt“ aus 1. Korinther 12. Zur Illustration der Frage, welche Dinge unsere Welt braucht bzw. nicht braucht, ein Vergleich unserer Feiertage:

  • Weihnachten. Gott beschenkt uns. Deshalb braucht es keine zusätzlichen Geschenke.
  • Ostern: Jesus hat für uns sein Leben hingegeben – ohne Osterhasen.
  • Pfingsten: Der Heilige Geist kam über alle, nicht wie zuvor nur vorübergehend und nur auf einzelne Personen, sondern dauerhaft auf alle, die an Jesus Christus als ihren auferstandenen Herrn und Heiland glauben.

Weihnachten ist für uns greifbar: Gott wurde Mensch. Auch Ostern ist noch gut nachvollziehbar: Der Mensch Jesus von Nazareth am Kreuz von Golgatha. Pfingsten ist eigentlich das jüdische Schawuot-Fest: Gott gab die 613 Gebote und Verbote – das feiert man im Judentum. Aber wir feiern heute nicht das Bürgerliche Gesetzbuch, sind aber dankbar für das Grundgesetz, die Menschenrechte und die Demokratie.

Die Parallele zum Alten Testament: Das Gesetz des Alten Bundes war in Stein gemeißelt. Das Gesetz des Neuen Bundes soll in die Herzen geschrieben werden.

Der Prophet Joel schreibt, es wird eine Zeit kommen, da wird der Geist Gottes auf alle kommen. Die Erfüllung dieses Wortes kam an Pfingsten. Deshalb gibt es jetzt das allgemeine Priestertum; uns ist der Wille Gottes ins Herz geschrieben. David wollte, dass der Heilige Geist ihm das Gesetz aufschließt – als Freiraum zum Leben. Jesus: „Ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.“ Der Heilige Geist gibt uns auch die Heilsgewissheit. Gott nimmt durch den Heiligen Geist in uns Wohnung. Er schreibt seine Ansichten in unser Herz hinein.