ein Bericht von Timo Klügel

 

Ist das schon so lange her? Vor sechs Wochen hat mein Auslandsjahr in England begonnen – genauer gesagt, im Zentrum der Fackelträger in Capernwray Hall im Norden von England. Seitdem arbeite ich hier, das war schon vorher festgelegt, als Bademeister im Poolbereich. Warum England und warum die Fackelträger? Inspiriert wurde ich durch Freizeiten bei den Fackelträgern in Deutschland am Bodenseehof. Mit diesen Erlebnissen vor Augen und dem Wunsch, mein Englisch weiter zu verbessern, hatte ich mich vergangenes Jahr beworben und den Vorschlag, im Poolbereich zu arbeiten, angenommen.

Und was macht man nun so den Tag über als Bademeister? Normalerweise beginnt mein Arbeitstag um 7:15 Uhr mit dem Öffnen des Pools, Entfernen der Poolabdeckung und Anschalten des Lichts in der Sauna und um das Schwimmbecken herum. Danach beginnt meist auch schon eine „Session“, die Badezeit für die Öffentlichkeit oder speziell für Gäste von Capernwray Hall. Für uns drei Bademeister heißt die Aufgabe dann immer abwechselnd „Poolside“ (aufpassen am Beckenrand und Wassertest durchführen) oder „Office/cleaning“ (Geld entgegennehmen, Fragen beantworten und vor allem den täglichen Putzplan abarbeiten). Neben der „Session-Arbeit“ gibt es jedoch auch viele zusätzliche Aufgaben, die z.B. der Vorbereitung oder der Sauberkeit der daneben liegenden Sporthalle dienen. Unterbrochen werden diese Arbeitszeiten von Essenspausen und einer „staffbreak“, der Pausenzeit des Personals, in der sich (fast) alle Mitarbeiter für eine halbe Stunde versammeln, Aktuelles austauschen und eine kleine Andacht hören. Gegen 16:00 Uhr liegt ein Großteil unserer Arbeitszeit hinter uns und das „Pool-Team“, bestehend aus unserem Boss Rich, Antonia und mir, hat Freizeit bis abends, wenn weitere „öffentliche Sessions“ um 18:00 Uhr oder „Gästesessions“ um 21:00 Uhr beginnen.

Am Ende des Arbeitstages oder in den Pausen zwischen den Arbeitsblöcken kann ich meine Freizeit z.B. mit Teilnahme an den Bibelarbeiten oder den Lobpreiszeiten der Gäste, mit gemeinsamen Aktivitäten der Mitarbeiter oder in einer Zeit allein mit Gott verbringen, die den doch strengen Arbeitsplan vergessen lassen.

Wenn ich abends dann von der Müdigkeit übermannt werde, ziehe ich mich in unser Viererzimmer im Turm zurück, das ich im Moment nur mit Andreas und Michel teile. Nicht allzu selten entsteht dann noch ein „late-night-talk“ (ein Gespräch zu später Stunde), bevor uns die Augen endgültig zufallen.

Der Rest des Sommers mit den Freizeiten hier in Capernwray Hall war reichlich gefüllt mit neuen Erfahrungen und Eindrücken. In wenigen Tagen werden die neuen Bibelschüler anreisen und die beginnende Bibelschulzeit wird den bisher bekannten Arbeitsalltag wieder spürbar verändern. Doch ich freue mich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen und auf die vielen anregenden Gespräche, die damit verbunden sind.

Danke an alle, die mich ins Gebet einschließen und an mich denken! J

Liebe Grüße aus Capernwray Hall

von Timo Klügel

 

PS: Wetter und Essen sind tatsächlich „very british“! Und da ich mich trotz meiner sechs Wochen Aufenthalt hier immer noch ziemlich deutsch fühle, muss ich sagen, dass ich außer Freunden und Familie auch das Essen und das Wetter in Deutschland manchmal sehr vermisse!

Bericht, 17.09.2017, vom freiwilligen sozialen Jahr in Capernwray Hall, England