Predigt von Rainer Schemenauer vom 23. September 2018

Diese Predigt war der Auftakt zur Predigtreihe „Fragen, die Jesus stellte“. Rainer Schemenauer ist Diakon bei der Evangelischen Kirchengemeinde Ellmendingen und nicht gewohnt, vor einem größeren Publikum zu sprechen oder zu predigen. Insofern hatte auch er gemischte Gefühle (Angst) vor dieser Aufgabe. Die Antwort auf die Frage von Jesus an seine Jünger, warum sie solche Angst hätten, durfte er in seiner Predigt selbst beantworten.

Die Situation wird in Matthäus 8 Verse 23 bis 27 (Stillung des Sturms) beschrieben. Jesus stellt seinen Jüngern die Frage: „Warum habt ihr solche Angst?“ Stellt Jesus da eine dumme Frage? Es ist doch offensichtlich, dass die Jünger Angst haben und auch warum. Doch dumm ist seine Frage nicht. Die Jünger hatten viel mit Jesus erlebt, Wunder wie Krankenheilung und die Auferweckung eines Toten zum Leben. Aber als es um sie selber geht, …

  • Die Jünger hatten Todesangst. Die Angst kommt hoch, obwohl man schon viel im Glauben an Jesus erlebt hat.
  • Angst gehört zu unserem Leben. Es bleibt immer ein Stück Unsicherheit: Wird Gott auch dieses Mal wieder eingreifen? Gott greift nicht auf Knopfdruck ein; wie haben darüber keine Kontrolle.
  • Auch Jesus hatte Angst. Im Garten Gethsemane bittet er kurz vor seiner Festnahme darum, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge. Jesus schwitzt während diesem Gebet sogar Blut. Jesus hatte Todesangst!

Frage an mich: Wie kann ich mit der Angst leben?

Leben mit der Angst (ohne existenzielle Ängste)

Es gibt drei Zonen des Lebens:

  1. Die Komfortzone – hier fühlt man sich wohl.
  2. Die Angstzone – sie ist geprägt von Unbehagen, Panik, Angstschweiß – sie ist anstrengend.
    • Man versucht diese Zone zu meiden.
    • Wir sollten die Komfortzone immer wieder verlassen.
    • Man merkt in der Angstzone, dass man Gott braucht.
    • Man betet mehr in der Angstzone.
    • In der Komfortzone setzt man geistlich Fett an: Der Glaube wird träge, bis davon nur noch Rituale oder Tradition übrigbleibt.
    • Nur in der Angstzone kann man Gott erleben.
  3. Die Wachstumszone – hier wartet auf uns eine Belohnung, wenn wir uns in die Angstzone begeben haben. Hier sind wir im Glaubenswachstum.

Eine Hausaufgabe

  1. Warum habe ich Angst?
  2. Was würde ich ändern, wenn ich diese Angst überwinden könnte?
  3. Verlasse deine Komfortzone! Denn „in der Welt habt ihr Angst, ich aber habe die Welt überwunden.“ Sieh dein Leben, deine Lage aus der Perspektive der Ewigkeit! Mit dieser Perspektive relativiert sich deine Angst. Mache dir klar: Angst = Mut + ein erster Schritt.